Auf­klä­rungs­pflicht über Innen­pro­vi­si­on

Die Grund­sät­ze der Recht­spre­chung zur Auf­klä­rungs­pflicht von Kre­dit­in­sti­tu­ten im Rah­men eines Anla­gen­be­ra­tungs­ver­tra­ges gel­ten in glei­cher Form für alle Wert­pa­pier­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men im Sin­ne von § 2 Abs. 4 WpHG. Wird einem Anle­ger, der sich in Risi­ko­klas­se 2 (von 5) ein­stuft und die Mög­lich­keit kurz­fris­ti­ger mode­ra­ter Kurs­schwan­kun­gen in Kauf nimmt mit der Maß­ga­be, dass mittel/​langfristig ein Ver­mö­gens­ver­lust unwahr­schein­lich sei, von einem Anla­ge­be­ra­ter ein Fonds emp­foh­len, des­sen Kurs in der Fol­ge­zeit um 70% fällt, ist die Anla­ge­emp­feh­lung nicht ver­tret­bar. Ein kras­ser Anla­ge­be­ra­tungs­feh­ler liegt vor, wenn einem Anle­ger, der expli­zit kei­ner­lei Risi­ko ein­ge­hen will, von einem Anla­ge­be­ra­ter ein bör­sen­ge­han­del­ter Genuss­schein nicht ver­tret­bar.

Auf­klä­rungs­pflicht über Innen­pro­vi­si­on

Land­ge­richt Itze­hoe, Urteil vom 16. Juli 2010 – 7 O 251/​09