Wor­auf ach­ten beim pri­va­ten Ver­lei­hen von Geld

Bei Geld hören bekannt­lich Freund­schaf­ten auf. Doch kommt es immer wie­der vor, dass unter Freun­den und Ver­wand­ten Geld ver­lie­hen wird.

Wor­auf ach­ten beim pri­va­ten Ver­lei­hen von Geld

Grund­sätz­lich spricht nichts dage­gen, sofern die Rah­men­be­din­gun­gen klar gere­gelt sind, da pri­va­te Kre­di­te durch­aus für bei­de Sei­ten Vor­tei­le, aber eben auch Nach­tei­le mit sich brin­gen kön­nen. Der Kre­dit­ge­ber inves­tiert in ein Pro­jekt sei­nes Ver­trau­ens, wäh­rend der Kre­dit­neh­mer die Mög­lich­keit hat, Sicher­hei­ten zu bie­ten, die für Ban­ken nicht infra­ge kom­men. Damit an einem pri­va­ten Kre­dit aber kei­ne Freund­schaf­ten zer­bre­chen, ist es wich­tig, die­sen wie jeden ande­ren Kre­dit ver­trag­lich abzu­si­chern. Dadurch kön­nen Unklar­hei­ten in Bezug auf die Rück­zah­lung oder hin­sicht­lich der Fra­ge, was bei Zah­lungs­ver­zug pas­siert, direkt aus­ge­räumt wer­den.

Worauf achten beim privaten Verleihen von Geld

Sicher­hei­ten ver­lan­gen[↑]

Ein Vor­teil von Pri­vat­kre­di­ten ist, dass die Sicher­hei­ten fle­xi­bler sein kön­nen. Ban­ken akzep­tie­ren in der Regel nur Sicher­hei­ten, die ein­fach zu ver­äu­ßern sind, wäh­rend pri­va­te Kre­dit­ge­ber durch­aus auch Sicher­hei­ten akzep­tie­ren kön­nen, die sie spä­ter selbst nut­zen. Neben den übli­chen Sicher­hei­ten wie Immo­bi­li­en kön­nen bei pri­va­ten Kre­di­ten die unter­schied­lichs­ten Sicher­hei­ten her­an­ge­zo­gen wer­den. Dies kön­nen bei­spiels­wei­se die Besitz­über­tra­gung eines Fahr­zeu­ges, Schmuck­stü­cke als Pfand oder ande­re Objek­te sein, die für den Kre­dit­ge­ber als Sicher­heit infra­ge kom­men. Wich­tig dabei ist jedoch, dass der Wert der tat­säch­li­chen Kre­dit­sum­me ent­spricht, und dass die Sicher­hei­ten ver­trag­lich gere­gelt wer­den. Nicht zu ver­ges­sen sind mög­li­che Kos­ten, die bei unter­schied­li­chen Sicher­hei­ten auf die Par­tei­en zukom­men. Die Besitz­über­tra­gun­gen sind mit Gebüh­ren ver­bun­den, die ent­we­der der Kre­dit­ge­ber oder der Kre­dit­neh­mer zu tra­gen haben und dies erhöht natür­lich auch die spä­te­re Kre­dit­sum­me. Wer als pri­va­ter Kre­dit­ge­ber eine Unter­neh­mens­grün­dung unter­stüt­zen möch­te, der soll­te sich in jedem Fall einen Busi­ness­plan vor­le­gen las­sen. Soll­ten die vor­ge­leg­ten Sicher­hei­ten nicht dem Wert der Kre­dit­sum­me ent­spre­chen oder ist ein Busi­ness­kon­zept unrea­lis­tisch, soll­ten pri­va­te Kre­dit­ge­ber nicht davor zurück­schre­cken, Nein zum Kre­dit zu sagen.

Lauf­zeit und Kün­di­gungs­fris­ten[↑]

Schwie­rig­kei­ten bei pri­va­ten Kre­di­ten gibt es häu­fig bei der Lauf­zeit bzw. der vor­zei­ti­gen Kün­di­gung. Wird kei­ne fes­te Lauf­zeit ver­ein­bart, hat der Kre­dit­ge­ber eine drei­mo­na­ti­ge Kün­di­gungs­frist, nach der die Rest­sum­me mit einem Schlag fäl­lig wird. Im Fal­le einer kon­kre­ten Lauf­zeit kön­nen bei­de Par­tei­en eben­falls Mög­lich­kei­ten zur vor­zei­ti­gen Kün­di­gung fest­le­gen. Dies kann bei­spiels­wei­se ein Zah­lungs­ver­zug sein, oder wenn gewis­se Ver­trags­be­din­gun­gen nicht ein­ge­hal­ten wur­den.

Kein Kre­dit ohne Ver­trag[↑]

Wie wich­tig ein Ver­trag bei Pri­vat­kre­di­ten ist, wird häu­fig unter­schätzt. Obwohl Pri­vat­kre­di­te nicht durch den Ver­brau­cher­schutz gere­gelt sind, gibt ein schrift­li­cher Ver­trag bei Kon­flik­ten bei­den Par­tei­en eine gewis­se Rechts­si­cher­heit, die gege­be­nen­falls auch juris­tisch durch­setz­bar ist. Damit ein pri­va­ter Kre­dit­ver­trag recht­lich bin­dend ist, muss er gewis­sen mini­ma­len for­ma­len Anfor­de­run­gen genü­gen. Dazu gehö­ren in ers­ter Linie die Namen von Kre­dit­neh­mer und Kre­dit­ge­ber und die expli­zi­te For­mu­lie­rung, dass es sich um einen Kre­dit­ver­trag han­delt. Alter­na­ti­ve For­mu­lie­run­gen wie Dar­le­hen, lei­hen oder bor­gen sind eben­falls gestat­tet. Es muss jeden­falls klar muss jeden­falls unter­schie­den wer­den kön­nen, dass es sich nicht etwa um eine Schen­kung han­delt. Natür­lich muss auch die Höhe des Dar­le­hens ein­ge­tra­gen wer­den. Zudem soll­te fixiert wer­den, wann bzw. in wel­cher Form das Geld aus­ge­zahlt wird. Erhält der Kre­dit­neh­mer das Geld etwa als Bar­zah­lung bei der Ver­trags­un­ter­zeich­nung, soll­te dies so auch im Kre­dit­ver­trag ver­merkt sein. Datum des Ver­trags­ab­schlus­ses sowie die Unter­schrif­ten aller Par­tei­en sind der letz­te Punkt, der for­mal zwin­gend in einen Ver­trag gehört. Dar­über hin­aus kön­nen noch wei­te­re Punk­te in den Ver­trag auf­ge­nom­men wer­den wie die bereits ange­spro­che­ne Zins­hö­he, Sicher­hei­ten oder auch, an wel­chem Tag die Raten zurück­zu­zah­len sind. Gibt es Bür­gen für den Pri­vat­kre­dit, die ein­sprin­gen, falls der Schuld­ner nicht mehr in der Lage ist, die Raten zu til­gen, dann sind im Ver­trag die Bür­gen eben­falls zu nen­nen und sie haben auch ihr Ein­ver­ständ­nis mit einer Unter­schrift abzu­ge­ben. Im Bedarfs­fall gibt es z.B. auf https://www.kreditrechner.com/privatkredit/ (ganz ans Ende der Sei­te scrol­len) Mus­ter­ver­trä­ge zum kos­ten­lo­sen Down­load, die alle wich­ti­gen Eck­da­ten eines pri­va­ten Kre­dit­ver­tra­ges ent­hal­ten.

Kre­dit­zin­sen sind ein­kom­mens­steu­er­pflich­tig[↑]

Vie­le pri­va­te Kre­dit­ge­ber ver­ges­sen häu­fig, dass die Zin­sen bei der Rück­zah­lung eine Ein­nah­me dar­stel­len. Sie sind Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen, daher ent­spre­chend bei der Ein­kom­mens­steu­er­erklä­rung anzu­ge­ben und wer­den nach dem Ein­kom­mens­steu­er­ge­setz ver­steu­ert. Dies ent­fällt aller­dings, falls der Kre­dit­ge­ber ein zins­lo­ses Dar­le­hen ver­gibt, da es in die­sem Fal­le kei­ne Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen gibt. Soll­te es sich um ein zins­lo­ses Dar­le­hen oder einen sym­bo­li­schen Zins­satz han­deln, dann ist der Ertrag mög­li­cher­wei­se nicht mehr ein­kom­mens­steu­er­pflich­tig, kann aber in den Bereich der Schen­kung fal­len, was wie­der­um steu­er­pflich­tig wäre. Bis drei Pro­zent Ver­zin­sung gehen die Finanz­be­hör­den im All­ge­mei­nen von einer Schen­kung aus. Es gibt jedoch unter­schied­li­che Frei­be­trä­ge, bis zu deren Gren­ze kei­ne Steu­ern anfal­len. Die Höhe der Gren­ze ist abhän­gig vom Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis zwi­schen dem Kre­dit­ge­ber und Kre­dit­neh­mer.