Neu­ord­nung des Mess- und Eich­we­sens

Zum 1.01.2015 tritt das Gesetz zur Neu­re­ge­lung des gesetz­li­chen Mess­we­sens – ein­schließ­lich des hier­in neu gefass­ten Mess- und Eich­ge­set­zes – sowie die zu sei­ner Durch­füh­rung erlas­se­ne Ver­ord­nung in Kraft. Mit die­sen gesetz­li­chen Neu­re­ge­lun­gen soll das Mess- und Eich­recht moder­ni­siert und ins­be­son­de­re an die zwi­schen­zeit­li­chen euro­pa­recht­li­chen Ent­wick­lun­gen ange­passt wer­den.

Neu­ord­nung des Mess- und Eich­we­sens

Künf­tig gel­ten für euro­pä­isch und natio­nal gere­gel­te Mess­ge­rä­te die glei­chen Anfor­de­run­gen, wenn sie auf den Markt gebracht wer­den. Die inner­staat­li­che Bau­art­zu­las­sung und die Ers­tei­chung von natio­nal gere­gel­ten Mess­ge­rä­ten wer­den ab dem 1.01.2015 durch eine Kon­for­mi­täts­be­wer­tung ersetzt. Das neue Rege­lungs­sys­tem ist inno­va­ti­ons­of­fen und kann tech­no­lo­gi­sche Neu­ent­wick­lun­gen zeit­nah erfas­sen. Die Nach­ei­chung von ver­wen­de­ten Mess­ge­rä­ten bleibt im bis­he­ri­gen Umfang den Eich­be­hör­den der Län­der und den staat­lich aner­kann­ten Prüf­stel­len vor­be­hal­ten. Die Eichung ist die amt­li­che Prü­fung eines Mess­ge­räts in peri­odi­schen Abstän­den oder aus Anlass eines Feh­lers oder eines Ein­griffs in das Mess­ge­rät.

Hin­ter­grund für die gestez­li­che Neu­re­ge­lung[↑]

Mit dem Gesetz wird die gesetz­li­che Grund­la­ge des Mess- und Eich­we­sens umfas­send neu geord­net. Eine Anpas­sung des bis­lang gel­ten­den Eich­ge­set­zes wur­de wegen der weit rei­chen­den Neu­struk­tu­rie­rung nicht ver­folgt. Die neue gesetz­li­che Grund­la­ge erhält eine neue Bezeich­nung, die den Begriff des "Eichens" bei­be­hält, ihn aber mit der Benen­nung als "Mess- und Eich­ge­setz" in einen neu­en Kon­text stellt.

Die umfas­sen­de Neu­ord­nung ist erfor­der­lich gewor­den, weil wich­ti­ge Rechts­quel­len des gesetz­li­chen Mess­we­sens, ins­be­son­de­re das Eich­ge­setz und die Eich­ord­nung, durch not­wen­di­ge nach­träg­li­che Anpas­sun­gen an euro­päi­sche Ent­wick­lun­gen zuneh­mend unüber­sicht­lich gewor­den sind. Mit der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung soll daher eine neue durch­gän­gi­ge Sys­te­ma­tik der Rechts­ma­te­rie geschaf­fen. Die Neu­re­ge­lung soll zudem der Rechts­ver­ein­heit­li­chung die­nen, indem unter­schied­li­che Rege­lungs­an­sät­ze im deut­schen und euro­päi­schen Recht zu Guns­ten einer ein­heit­li­chen Vor­ge­hens­wei­se in Über­ein­stim­mung mit dem euro­päi­schen Recht besei­tigt wer­den.

Mit der Neu­re­ge­lung wer­den fer­ner für den Bereich des gesetz­li­chen Mess­we­sens not­wen­di­ge Anpas­sungs­re­ge­lun­gen an euro­päi­sche Rechts­ver­ord­nun­gen sowie Umset­zun­gen für gegen­wär­tig noch im euro­päi­schen Recht­set­zungs­pro­zess befind­li­che, inhalt­lich jedoch wei­test­ge­hend fest­ste­hen­de Richt­li­ni­en vor­ge­nom­men.

Schließ­lich soll das neue Mess- und Eich­ge­setz auch neu­en tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen und Ver­än­de­run­gen im Markt­ge­sche­hen Rech­nung tra­gen. So wer­den neue Bestim­mun­gen auf­ge­nom­men, die bei­spiels­wei­se eine ange­mes­se­ne eich­recht­li­che Behand­lung der soge­nann­ten intel­li­gen­ten Zäh­ler (smart-meter) erlau­ben, aber nicht nur für die­se spe­zi­el­le Pro­dukt­grup­pe gel­ten. Vor­ge­se­hen wer­den erst­mals auch Bestim­mun­gen, die sich mit dem Ver­wen­den von Mess­wer­ten befas­sen. Die den bis­he­ri­gen Rege­lun­gen zu Grun­de lie­gen­de Vor­stel­lung, dass das Ver­wen­den von Mess­ge­rä­ten und Mess­wer­ten stets in einer Hand liegt, trifft nicht mehr in allen Fäl­len zu.

Anpas­sung an und Umset­zung von euro­päi­schem Recht[↑]

Mit dem euro­päi­schen Bin­nen­markt­pa­ket, das aus den nach­fol­gend erwähn­ten euro­päi­schen Rege­lun­gen besteht, wur­de das Inver­kehr­brin­gen euro­pä­isch gere­gel­ter Pro­duk­te sowie die damit in Zusam­men­hang ste­hen­den Aspek­te neu geord­net. Der in euro­päi­schen Rege­lun­gen über Pro­duk­te weit ver­brei­te­te "neue Ansatz", der einen Ver­zicht auf staat­li­che Ex-ante-Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für das Inver­kehr­brin­gen von Pro­duk­ten vor­sieht, wur­de damit bestä­tigt und zugleich refor­miert.

Zum Bin­nen­markt­pa­ket zählt die Ver­ord­nung (EG) Nr. 764/​2008 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 09.07.2008 zur Fest­le­gung von Ver­fah­ren im Zusam­men­hang mit der Anwen­dung bestimm­ter natio­na­ler tech­ni­scher Vor­schrif­ten für Pro­duk­te, die in einem ande­ren Mit­glied­staat recht­mä­ßig in den Ver­kehr gebracht wor­den sind, und zur Auf­he­bung der Ent­schei­dung Nr. 3052/​95/​EG 1. Um sie im Bereich des gesetz­li­chen Mess­we­sens ange­mes­sen anzu­wen­den und damit das Inver­kehr­brin­gen aus­län­di­scher Mess­ge­rä­te in Deutsch­land zu gewähr­leis­ten, bedarf es geeig­ne­ter Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen, die ins­be­son­de­re das Ver­fah­ren zur Bewer­tung eines ver­gleich­ba­ren Schutz­ni­veaus von Pro­duk­ten aus EU-Mit­glied­staa­ten regeln. Die Ver­ord­nung (EG) Nr. 765/​2008 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 09.07.2008 über die Vor­schrif­ten für die Akkre­di­tie­rung und Markt­über­wa­chung im Zusam­men­hang mit der Ver­mark­tung von Pro­duk­ten und zur Auf­he­bung der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 339/​93 des Rates 2 ent­hält umfas­sen­de Rege­lun­gen zur Markt­über­wa­chung, denen im Bereich der metro­lo­gi­schen Über­wa­chung (Abschnitt 6 des Arti­kel 1) umfas­send Rech­nung getra­gen wur­de. Hier ist es sinn­voll, im Inter­es­se einer ein­heit­li­chen Anwen­dungs­pra­xis gleich lau­ten­de Vor­schrif­ten zur Über­wa­chung der euro­pä­isch wie auch der rein natio­nal gere­gel­ten Pro­duk­te zu ver­an­kern.

Das Gesetz setzt fer­ner die Inhal­te des Beschlus­ses Nr. 768/​2008/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 09.07.2008 über einen gemein­sa­men Rechts­rah­men für die Ver­mark­tung von Pro­duk­ten und zur Auf­he­bung des Beschlus­ses 93/​465/​EWG des Rates 3 um. Der Recht­set­zungs­pro­zess auf der euro­päi­schen Ebe­ne zur for­mel­len Ein­be­zie­hung des Beschlus­ses in die jewei­li­gen Ein­zel­richt­li­ni­en ist noch nicht abge­schlos­sen.

Für den Mess­ge­rä­te­sek­tor hat die Kom­mis­si­on einen Vor­schlag vor­ge­legt für eine Richt­li­nie des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Anglei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten betref­fend die Bereit­stel­lung von Mess­ge­rä­ten auf dem Markt 4 und für eine Richt­li­nie des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Anglei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten betref­fend die Bereit­stel­lung nicht­selbst­tä­ti­ger Waa­gen auf dem Markt 5. Da das lau­fen­de Recht­set­zungs­ver­fah­ren sich jedoch dar­auf beschränkt, die im Beschluss ent­hal­te­nen Mus­ter­re­ge­lun­gen auf die Ein­zel­richt­li­ni­en zu über­tra­gen, besteht wei­test­ge­hen­de Sicher­heit über deren Inhalt, so dass eine Umset­zung die­ser Vor­schrif­ten in deut­sches Recht bereits durch das vor­lie­gen­de Mess- und Eich­ge­setz erfolgt.

Das neue Mess- und Eich­ge­setz und die Pro­dukt­si­cher­heit[↑]

Mit dem jetzt in Kraft tre­ten­den Mess- und Eich­ge­setz sol­len die zur Gewähr­leis­tung rich­ti­gen Mes­sens erfor­der­li­chen Rege­lun­gen geschaf­fen wer­den. Inso­weit sind das Gesetz und die dar­auf basie­ren­de Rechts­ver­ord­nung als abschlie­ßen­des Regel­werk zu ver­ste­hen. Nicht aus­ge­schlos­sen ist aller­dings die Anwend­bar­keit wei­te­rer Vor­schrif­ten, die ande­re Aspek­te und damit ande­re Rechts­gü­ter in Bezug auf Mess­ge­rä­te regeln. Soweit bei­spiels­wei­se der Anwen­dungs­be­reich des Pro­dukt­si­cher­heits­ge­set­zes (ProdSG) in Bezug auf bestimm­te Mess­ge­rä­te eröff­net ist, ist es des­halb eben­falls, neben dem Mess- und Eich­ge­setz, zu beach­ten.

Das Mess- und Eich­ge­setz ist daher kei­ne Spe­zi­al­re­ge­lung des Pro­dukt­si­cher­heits­rechts im Sin­ne des § 1 Absatz 4 ProdSG. Glei­ches gilt für das Ver­hält­nis zu ande­ren Rege­lun­gen, soweit auch sie ande­ren Rege­lungs­zwe­cken die­nen, wie bei­spiels­wei­se die bun­des- oder lan­des­recht­li­chen Daten­schutz­vor­schrif­ten. Auch sie sind neben den Vor­schrif­ten des gesetz­li­chen Mess­we­sens zu beach­ten.

Ver­ein­heit­li­chung der Rege­lun­gen über das Inver­kehr­brin­gen von Mess­ge­rä­ten[↑]

Im gel­ten­den deut­schen Recht sind unter­schied­li­che Ver­fah­ren zu beach­ten, je nach­dem, ob das Mess­ge­rät rein natio­nal gere­gelt ist oder ob es einer euro­päi­schen Richt­li­nie unter­liegt.

Die­ser Umstand soll mit der Novel­le besei­tigt wer­den. Soweit euro­pa­recht­lich mög­lich, soll zukünf­tig ein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren bestehen, nach dem Mess­ge­rä­te, die dem Anwen­dungs­be­reich des Geset­zes unter­lie­gen, in Ver­kehr zu brin­gen sind. Dabei bie­tet es sich an, das euro­päi­sche Modell des soge­nann­ten "neu­en Ansat­zes", das in den mess­ge­rä­te­spe­zi­fi­schen Richt­li­ni­en bereits ver­an­kert ist, natio­nal ein­heit­lich zu über­neh­men. Der Rege­lungs­an­satz ist im deut­schen Mess­we­sen bereits seit Jah­ren zur Umset­zung der Richt­li­nie 2004/​22/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 31.03.2004 über Mess­ge­rä­te 6 und der Richt­li­nie 2009/​23/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 23.04.2009 über nicht­selbst­tä­ti­ge Waa­gen 7 ver­an­kert. Die Markt­be­tei­lig­ten dürf­ten daher schon weit­ge­hend mit dem Instru­ment ver­traut sein.

Abwei­chend zu regeln sind ledig­lich jene Mess­ge­rä­te, die gegen­wär­tig noch von der Richt­li­nie 2009/​34/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 23.04.2009 betref­fend gemein­sa­me Vor­schrif­ten über Mess­ge­rä­te sowie über Mess- und Prüf­ver­fah­ren 8 und deren Durch­füh­rungs­richt­li­ni­en erfasst wer­den. Vor­zu­se­hen sind daher Vor­schrif­ten über eine EG-Bau­art­zu­las­sung und eine EG-Ers­tei­chung. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass die Durch­füh­rungs­richt­li­ni­en mit Wir­kung zum 1.12 2015 außer Kraft tre­ten; ledig­lich bestimm­te Vor­schrif­ten ein­zel­ner Richt­li­ni­en blei­ben noch bis zum 30.11.2025 gül­tig 9. Mit­tel­fris­tig wird damit in Deutsch­land der ein­heit­li­che Ansatz zur Rege­lung des Inver­kehr­brin­gens von Mess­ge­rä­ten rea­li­siert sein.

Ein­bin­dung tech­ni­scher Regel­wer­ke[↑]

Die euro­päi­schen Richt­li­ni­en des soge­nann­ten neu­en Ansat­zes sehen in brei­tem Maße eine Ein­bin­dung tech­ni­scher Regel­wer­ke vor, bei deren Beach­tung wider­leg­lich ver­mu­tet wird, dass das Pro­dukt die in der Richt­li­nie bestimm­ten jewei­li­gen wesent­li­chen Anfor­de­run­gen an die Pro­dukt­qua­li­tät ein­hält. Für die rein natio­nal gere­gel­ten Mess­ge­rä­te soll ein sol­cher Mecha­nis­mus eben­falls eta­bliert wer­den, um die Recht­set­zung von tech­ni­schen Ein­zel­fra­gen zu befrei­en und somit eine Anpas­sung an tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen rascher vor­neh­men zu kön­nen. Zu die­sem Zweck wird ein Regeler­mitt­lungs­aus­schuss ein­ge­rich­tet, der geeig­ne­te Regeln, tech­ni­sche Spe­zi­fi­ka­tio­nen oder Bestim­mun­gen ermit­teln kann, die zur Umset­zung der jeweils in den Rechts­vor­schrif­ten ent­hal­te­nen unbe­stimm­ten Rechts­be­grif­fe mit tech­ni­schem Inhalt geeig­net sind. Um Über­schnei­dun­gen mit dem euro­päi­schen Recht zu ver­mei­den, erhält der Aus­schuss ledig­lich die Befug­nis für jene Mate­ri­en Regeln zu ermit­teln, die nicht von euro­päi­schen har­mo­ni­sier­ten Nor­men oder nor­ma­ti­ven Doku­men­ten abge­deckt sind.

Fer­tig­pa­ckun­gen und ande­re Ver­kaufs­ein­hei­ten[↑]

Die Rege­lun­gen über Fer­tig­pa­ckun­gen und ande­re Ver­kaufs­ein­hei­ten des bis­he­ri­gen Eich­ge­set­zes wer­den wei­test­ge­hend unver­än­dert über­nom­men. Ein­zel­ne Begriff­lich­kei­ten wer­den aller­dings an euro­päi­sche Begriffs­be­stim­mun­gen ange­passt.

Wei­te­re not­wen­di­ge Anpas­sun­gen an euro­päi­sche Ent­wick­lun­gen wer­den auf der Ver­ord­nungs­ebe­ne erfol­gen durch ent­spre­chen­de Ände­rung der Fer­tig­pa­ckungs­ver­ord­nung in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 08.03.1994 10, die zuletzt durch Arti­kel 1 der Ver­ord­nung vom 11.06.2008 11 geän­dert wor­den ist. Einer umfas­sen­de­ren Ände­rung der bis­he­ri­gen gesetz­li­chen Vor­schrif­ten bedarf es dafür nicht.

Eichung und metro­lo­gi­sche Über­wa­chung[↑]

Die Eichung von Mess­ge­rä­ten bleibt als hoheit­li­cher Akt erhal­ten. Sie wird sich zukünf­tig – mit Aus­nah­me der oben unter Num­mer 4 erwähn­ten EG-Ers­tei­chung – aller­dings auf den Bereich beschrän­ken, der bis­lang als Nach­ei­chung bezeich­net wur­de. Zustän­dig für die Eichung sind auch wei­ter­hin die nach Lan­des­recht zustän­di­gen Behör­den sowie bei Ver­sor­gungs­mess­ge­rä­ten zur Ermitt­lung des Ver­brauchs von Elek­tri­zi­tät, Gas, Was­ser oder Wär­me auch die staat­lich aner­kann­ten Prüf­stel­len. Mit der Bei­be­hal­tung der staat­li­chen Eichung soll ein wich­ti­ger Bei­trag zur Auf­recht­erhal­tung des bis­lang hohen Schutz­ni­veaus im gesetz­li­chen Mess­we­sen geleis­tet wer­den. Die Ent­schei­dung wur­de unter Berück­sich­ti­gung aller Rah­men­be­din­gun­gen getrof­fen, die ins­be­son­de­re auch die mit der Ver­knüp­fung von Eichung und Ver­wen­dungs­über­wa­chung ver­bun­de­nen Syn­er­gie­ef­fek­te und die Mög­lich­kei­ten einer – euro­pä­isch gefor­der­ten – ver­bes­ser­ten Markt­über­wa­chung berück­sich­tigt.

Die Auf­ga­ben und Befug­nis­se der zustän­di­gen Behör­den wer­den im Abschnitt "Metro­lo­gi­sche Über­wa­chung" umfas­send neu gere­gelt und decken die ver­schie­de­nen Aspek­te behörd­li­cher Über­wa­chungs­tä­tig­keit in die­sem Rechts­be­reich ab:

Die Markt­über­wa­chung erfasst die Kon­trol­le der in Ver­kehr gebrach­ten und auf dem Markt bereit gestell­ten Pro­duk­te. Sie regelt das Ver­hält­nis zwi­schen den am Inver­kehr­brin­gen und an der Markt­be­reit­stel­lung Betei­lig­ten einer­seits und den zustän­di­gen Behör­den ande­rer­seits. Die vor­ge­se­he­nen Bestim­mun­gen sind euro­pä­isch stark beein­flusst, indem sie sich eng an den Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung (EG) Nr. 765/​2008 ori­en­tie­ren. Die Rege­lun­gen die­ser Ver­ord­nung gel­ten indes nur für euro­pä­isch har­mo­ni­sier­te Pro­duk­te. Natio­nal bestimm­te Mess­ge­rä­te sind daher hin­sicht­lich der Über­wa­chung auch wei­ter­hin natio­nal zu regeln. Zur Gewähr­leis­tung ein­heit­li­cher Auf­ga­ben und Befug­nis­se wer­den die Inhal­te der euro­päi­schen Ver­ord­nung bezüg­lich der Markt­über­wa­chung auch auf die natio­nal gere­gel­ten Mess­ge­rä­te erstreckt. Dies wird für die Pra­xis der Über­wa­chungs­be­hör­den eine deut­li­che Ver­ein­fa­chung bedeu­ten.

Für die Pha­se der Nut­zung von Mess­ge­rä­ten und deren Mess­wer­ten sind die Bestim­mun­gen über die Ver­wen­dungs­über­wa­chung vor­ge­se­hen. Sie regeln das Ver­hält­nis der zustän­di­gen Über­wa­chungs­be­hör­den zu den­je­ni­gen, die Mess­ge­rä­te oder Mess­wer­te ver­wen­den. Die Vor­schrif­ten sind an der Sys­te­ma­tik der Rege­lun­gen über die Markt­über­wa­chung ori­en­tiert. Ziel ist auch hier eine kon­se­quen­te Voll­zug­s­tä­tig­keit zu gewähr­leis­ten, die die Behör­den mit den erfor­der­li­chen Befug­nis­sen aus­stat­tet.

Einer kla­ren gesetz­li­chen Rege­lung der Ein­griffs- und Über­wa­chungs­be­fug­nis­se bedurf­te fer­ner das Ver­hält­nis zwi­schen den zustän­di­gen Behör­den und den staat­lich aner­kann­ten Prüf­stel­len. Zwi­schen die­sen ent­steht durch den auf der Ver­ord­nungs­ebe­ne näher aus­ge­stal­te­ten Belei­hungs­akt eine Son­der­rechts­be­zie­hung. Gleich­wohl bedarf es der gesetz­li­chen Rege­lung der hoheit­li­chen Ein­griffs- und Über­wa­chungs­be­fug­nis­se, da die staat­lich aner­kann­ten Prüf­stel­len pri­va­te Ein­rich­tun­gen sind. Deren Per­so­nal und deren Trä­ger steht der ver­fas­sungs­recht­li­che Schutz der Grund­rech­te zu. Inso­fern bedurf­te es gesetz­li­cher Rege­lun­gen, wenn in die­sen Schutz­be­reich ein­ge­grif­fen wer­den soll.

  1. ABl. L 218 vom 13.08.2008, S. 21[]
  2. ABl. L 218 vom 13.08.2008, S. 30[]
  3. ABl. L 218 vom 13.08.2008, S. 82[]
  4. KOM(2011) 769 end­gül­tig vom 21.11.2011[]
  5. KOM(2011) 766 end­gül­tig vom 21.11.2011[]
  6. ABl. L 135 vom 30.04.2004, S. 1[]
  7. ABl. L 122 vom 16.05.2009, S. 6[]
  8. ABl. L 107 vom 28.04.2009, S. 6[]
  9. sie­he Richt­li­nie 2011/​17/​EU des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 09.03.2011 zur Auf­he­bung diver­ser Richt­li­ni­en über das Mess­we­sen, ABl. L 71 vom 18.03.2011, S. 1[]
  10. BGBl. I S. 451, 1307[]
  11. BGBl. I S. 1079[]