OGS: Obst, Gemüse,Speisekartoffeln – und die Betriebs­prä­mi­en für ihren Anbau

Im Fal­le eines Zu­sam­men­schlus­ses von Be­trie­ben im Sin­ne von Art. 33 Abs. 3 VO (EG) Nr. 1782/​2003 be­durf­te es kei­nes ge­son­der­ten Über­tra­gungs­an­trags, um die Be­triebs­prä­mi­en­re­ge­lung wie die In­ha­ber der ur­sprüng­li­chen Be­trie­be in An­spruch neh­men zu kön­nen. Wel­che In­for­ma­tio­nen nach dem In­te­grier­ten Ver­­­wal­­tungs- und Kon­troll­sys­tem in­ner­halb der je­wei­li­gen An­trags­frist bei­zu­brin­gen sind, rich­tet sich nach dem ein­schlä­gi­gen Bei­hil­fe­recht und un­ter­liegt dem uni­ons­recht­li­chen Be­stimmt­heits­grund­satz. Ein Be­triebs­in­ha­ber war jen­seits sei­ner all­ge­mei­nen Mit­wir­kungs­pflicht weder nach Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 noch nach § 14 In­­Ve­KoS-Ver­­or­d­­nung ver­pflich­tet, frist­ge­recht mit sei­nem An­trag An­ga­ben zum Zu­sam­men­schluss sei­nes Be­triebs zu ma­chen und Nach­wei­se hier­zu vor­zu­le­gen, um Zah­lungs­an­sprü­che mit OGS-Ge­­neh­­mi­gun­­gen gel­tend ma­chen zu kön­nen.

OGS: Obst, Gemüse,Speisekartoffeln – und die Betriebs­prä­mi­en für ihren Anbau

Bei der Fest­set­zung von Zah­lungs­an­sprü­chen, die auf der Grund­la­ge von Art. 34 Abs. 1 VO (EG) Nr. 1782/​2003, Art. 12 Abs. 2, 3 und 5 VO (EG) Nr. 795/​2004 sowie § 11 InVe­KoSV mit dem Sam­me­lan­trag bis zum 15.05.2005 zu bean­tra­gen waren, sieht Art. 33 Abs. 3 VO (EG) Nr. 1782/​2003 vor, dass im Fal­le von Zusam­men­schlüs­sen der neue Betriebs­in­ha­ber unter den­sel­ben Bedin­gun­gen wie der ursprüng­li­che Betriebs­in­ha­ber die Betriebs­prä­mi­en­re­ge­lung in Anspruch neh­men kann. Die damit vor­ge­se­he­ne Rechts­nach­fol­ge wird von kei­nen wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen abhän­gig gemacht als jenen, die sich mate­ri­ell-recht­lich für einen Zusam­men­schluss aus Art. 15 Abs. 1 Unter­abs. 1 VO (EG) Nr. 795/​2004 erge­ben. Art. 15 Abs. 1 Unter­abs. 2 VO (EG) Nr. 795/​2004 wie­der­holt dies für Zah­lungs­an­sprü­che mit der Aus­sa­ge, dass die­se auf der Grund­la­ge der Ver­hält­nis­se der ursprüng­li­chen Betrie­be fest­ge­setzt wer­den. Er bestä­tigt inso­weit den bereits in Art. 33 Abs. 3 VO (EG) Nr. 1782/​2003 all­ge­mein gere­gel­ten Auto­ma­tis­mus. Für einen antrags­ab­hän­gi­gen Über­tra­gungs­akt, wie ihn die Beklag­te ange­nom­men hat, fin­det sich hin­ge­gen kei­ne recht­li­che Grund­la­ge.

Dabei erweist sich Art. 12 Abs. 1 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 796/​2004 der Kom­mis­si­on vom 21.04.2004 mit Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen zur Ein­hal­tung ander­wei­ti­ger Ver­pflich­tun­gen, zur Modu­la­ti­on und zum Inte­grier­ten Ver­wal­tungs- und Kon­troll­sys­tem nach der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1782/​2003 1 in der Fas­sung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 436/​2005 der Kom­mis­si­on vom 17.03.2005 2 – im Fol­gen­den: VO (EG) Nr. 796/​2004 – nicht als trag­fä­hi­ge Grund­la­ge, von der Klä­ge­rin inner­halb der Antrags­frist, also bis zum 15.05.2005, Nach­wei­se über ihren Zusam­men­schluss zu ver­lan­gen.

Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 bringt in sei­nem ers­ten Halb­satz mit der For­mu­lie­rung, dass der Sam­me­lan­trag alle zur Fest­stel­lung der Bei­hil­fe­fä­hig­keit erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten müs­se, zunächst den in der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs all­ge­mein für das Inte­grier­te Ver­wal­tungs- und Kon­troll­sys­tem – im Fol­gen­den: Inte­grier­tes Sys­tem – for­mu­lier­ten Grund­satz zum Aus­druck, dass die vom Betriebs­in­ha­ber bei­zu­brin­gen­den Infor­ma­tio­nen von vorn­her­ein voll­stän­dig und rich­tig sein müs­sen 3. Die­ser Grund­satz gilt auch für die hier umstrit­te­nen OGS-Geneh­mi­gun­gen, was Art. 17 VO (EG) Nr. 1782/​2003 bestä­tigt, indem er all­ge­mein anord­net, dass das Inte­grier­te Sys­tem für die Betriebs­prä­mi­en­re­ge­lung gilt.

Die­ser Grund­satz beant­wor­tet jedoch noch nicht, wel­che kon­kre­ten Infor­ma­tio­nen für die begehr­ten OGS-Geneh­mi­gun­gen frist­ge­recht bei­zu­brin­gen waren. Inso­weit fin­det Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 weder ana­lo­ge Anwen­dung noch lie­ße sich ihm bei ana­lo­ger Anwen­dung ent­neh­men, dass die Klä­ge­rin ver­pflich­tet gewe­sen wäre, ihrem Antrag Nach­wei­se zu dem Betriebs­zu­sam­men­schluss bei­zu­fü­gen.

Mit dem Begriff "Sam­me­lan­trag" erfasst Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 nur Anträ­ge auf Direkt­zah­lun­gen (Art. 2 Nr. 11 VO, EG Nr. 796/​2004). Dazu gehört der "Sam­me­lan­trag Agrar­för­de­rung und Agrar-Umwelt­maß­nah­men 2005", wie ihn die Klä­ge­rin mit Blick auf die begehr­te Betriebs­prä­mie gestellt hat (vgl. Art. 1 Anhang I VO, EG Nr. 1782/​2003). Davon zu unter­schei­den sind der Antrag auf Fest­set­zung von Zah­lungs­an­sprü­chen und die auf die­se Ansprü­che bezo­ge­nen OGS-Geneh­mi­gun­gen. Die­se Unter­schei­dung ist bereits in Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 selbst auf­ge­zeigt, indem dort ver­langt wird, die Zah­lungs­an­sprü­che im Antrag zu iden­ti­fi­zie­ren. Sie kehrt in Art. 14 Abs. 2 VO (EG) Nr. 796/​2004 wie­der, der die Mit­glied­staa­ten ermäch­tigt, im ers­ten Anwen­dungs­jahr der Betriebs­prä­mi­en­re­ge­lung – also im Jahr 2005 – von den Bestim­mun­gen der Arti­kel 12 und 13 VO (EG) Nr. 796/​2004 abzu­wei­chen, wenn die Zah­lungs­an­sprü­che bis zum Ablauf der Antrags­frist noch nicht end­gül­tig fest­ge­stellt sind. Schließ­lich fin­det sich eine spe­zi­el­le Rege­lung zur Behand­lung ver­spä­te­ter Fest­set­zungs­an­trä­ge in Art. 21a Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004. Näher gere­gelt ist der Antrag auf Fest­set­zung von Zah­lungs­an­sprü­chen in Art. 12 VO (EG) Nr. 795/​2004. Er ent­hält (nur) die Aus­sa­ge, der Antrag­stel­ler habe nach­zu­wei­sen, dass er Inha­ber eines land­wirt­schaft­li­chen Betriebs ist (Art. 12 Abs. 5 VO, EG Nr. 795/​2004). Indem dort in Absatz 7 die Mit­glied­staa­ten ermäch­tigt wer­den zu beschlie­ßen, dass die Anträ­ge auf Fest­set­zung der Zah­lungs­an­sprü­che einer­seits und die Anträ­ge auf Zah­lung der Betriebs­prä­mie ande­rer­seits gleich­zei­tig ein­ge­reicht wer­den kön­nen, unter­schei­det auch die­se Vor­schrift klar zwi­schen den ver­schie­de­nen Anträ­gen. Ent­spre­chend schei­det eine unmit­tel­ba­re Anwen­dung von Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 aus.

Eine ana­lo­ge Anwen­dung die­ser Vor­schrift zur Prä­zi­sie­rung des­sen, was "erfor­der­li­che Infor­ma­tio­nen" sind, schei­det eben­falls aus, weil das Ver­fah­ren zur Fest­set­zung der Zah­lungs­an­sprü­che und OGS-Geneh­mi­gun­gen nicht glei­cher­ma­ßen von einem qua­li­fi­zier­ten Bei­brin­gungs­grund­satz geprägt ist wie das von dem mit dem Sam­me­lan­trag ein­ge­lei­te­te Bewil­li­gungs­ver­fah­ren der Betriebs­prä­mi­en. So ver­weist Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 795/​2004 dar­auf, dass die Mit­glied­staa­ten ab 2004 die für die Betriebs­prä­mie nach Art. 33 VO (EG) Nr. 1782/​2003 in Betracht kom­men­den Betriebs­in­ha­ber – also auch sol­che nach Betriebs­zu­sam­men­schlüs­sen – "ermit­teln" kön­nen. Par­al­lel hier­zu sieht Art. 60 Abs. 5 VO (EG) Nr. 1782/​2003 aus­drück­lich vor, dass die Mit­glied­staa­ten bei der Bestim­mung der indi­vi­du­el­len Ober­gren­ze von OGS-Geneh­mi­gun­gen die indi­vi­du­el­len Daten des Betriebs­in­ha­bers – soweit vor­han­den – oder sons­ti­ge Anga­ben des Betriebs­in­ha­bers ver­wen­den, die sie als hin­rei­chen­den Beleg anse­hen. Der Uni­ons­ge­setz­ge­ber setzt hier also aus­drück­lich nicht allein auf die Anga­ben und Nach­wei­se, die ein Betriebs­in­ha­ber in der Antrags­frist bei­bringt. Hier­zu fügt sich, dass für die Zuwei­sung von Zah­lungs­an­sprü­chen nicht ver­langt wur­de, sämt­li­che hier­für bedeut­sa­men Umstän­de, ins­be­son­de­re die in frü­he­ren Bei­hil­fe­an­trä­gen doku­men­tier­ten Anbau­ver­hält­nis­se und die in der Ver­gan­gen­heit bewil­lig­ten Bei­hil­fen, im Fest­set­zungs­an­trag dar­zu­le­gen. Die­se wur­den viel­mehr von den zustän­di­gen Stel­len weit­ge­hend selb­stän­dig auf der Grund­la­ge vor­han­de­ner Akten und Daten­ban­ken ermit­telt.

Selbst wenn man einer Ana­lo­gie näher tre­ten woll­te, lie­ße sich damit die ange­nom­me­ne Nach­weis­pflicht nicht begrün­den.

Die in Art. 12 Abs. 1 Halbs. 2 VO (EG) Nr. 796/​2004 aus­drück­lich als erfor­der­lich benann­ten Infor­ma­tio­nen sind bereits ganz über­wie­gend für die Fest­set­zung von Zah­lungs­an­sprü­chen ohne Bedeu­tung und mit Blick auf die hier in Rede ste­hen­den Nach­wei­se auch nicht ein­schlä­gig. Dar­über hin­aus ist zu beach­ten, dass der uni­ons­recht­li­che Grund­satz der Rechts­si­cher­heit ver­langt, dass die Rechts­be­trof­fe­nen jeden­falls bei sorg­fäl­ti­ger Prü­fung in der Lage sein müs­sen, den Umfang der ihnen auf­er­leg­ten Ver­pflich­tun­gen genau zu erken­nen 4. Das gilt auch und ins­be­son­de­re für frist­ge­bun­de­ne Anga­ben und Nach­wei­se, deren Säum­nis nicht unbe­deu­ten­de wirt­schaft­li­che Fol­gen hat. Zur Auf­er­le­gung einer sol­chen Ver­pflich­tung genügt allein der Begriff der "erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen" ohne eine kon­kre­ti­sie­ren­de Vor­schrift nicht. Art. 12 Abs. 1 Halbs. 2 VO (EG) Nr. 796/​2004 ist inso­weit zu unbe­stimmt; er ver­weist ledig­lich auf die all­ge­mei­ne Bestim­mung des Art. 22 VO (EG) Nr. 1782/​2003 zurück, nach der ein Antrag mit den Anga­ben ein­zu­rei­chen ist, die in die­ser Ver­ord­nung oder von dem betref­fen­den Mit­glied­staat vor­ge­se­hen sind. Erst recht gilt dies für bei­zu­fü­gen­de Nach­wei­se. Zwar spricht nach dem Wort­laut des Erwä­gungs­grunds 16 und nach der dort ange­spro­che­nen Rege­lung des Art. 13 VO (EG) Nr. 796/​2004 man­ches dafür, dass mit "Infor­ma­tio­nen", die ein Antrag "ent­hal­ten" muss, auch Nach­wei­se erfasst sein kön­nen, die die­sem "bei­zu­fü­gen" sind. Art. 12 Abs. 1 VO (EG) Nr. 796/​2004 selbst ent­hält jedoch kei­ner­lei Anhalts­punk­te, wel­che Infor­ma­tio­nen durch Nach­wei­se zu bele­gen sind. Dem ent­spricht die Rege­lungs­tech­nik des Uni­ons­ge­setz­ge­bers, der an ver­schie­de­nen Stel­len die Bei­fü­gung kon­kret bezeich­ne­ter Nach­wei­se vor­schreibt (vgl. z.B. Art. 6 Abs. 1 Unter­abs. 2, Art. 13 VO (EG) Nr. 796/​2004). Die auf die­se Wei­se begrenz­ten Nach­weis­pflich­ten fügen sich im Übri­gen ohne Wei­te­res in das Inte­grier­te Sys­tem. Ent­ge­gen den Aus­füh­run­gen der Beklag­ten geht es dabei nicht um eine voll­stän­di­ge Kon­trol­le, son­dern dar­um, im Rah­men des in einem Mas­sen­ver­fah­ren Mög­li­chen, effi­zi­ent und effek­tiv die Ein­hal­tung der Vor­aus­set­zun­gen der Bei­hil­fe­ge­wäh­rung und Ver­pflich­tun­gen zu kon­trol­lie­ren 5. Jen­seits der sys­te­ma­ti­schen Ver­wal­tungs­kon­trol­le geschieht dies durch anlass­be­zo­ge­ne oder stich­pro­ben­haft durch­ge­führ­te Vor-Ort-Kon­trol­len. Hier ist unzwei­fel­haft, dass die Betriebs­in­ha­ber eine umfas­sen­de Mit­wir­kungs­pflicht trifft (vgl. § 29 InVe­KoSV) 6. Davon zu unter­schei­den ist jedoch die Ver­pflich­tung, bereits mit der Antrag­stel­lung frist­ge­bun­de­ne Nach­wei­se zu erbrin­gen.

Zur Bestim­mung der indi­vi­du­el­len Ober­gren­ze von OGS-Geneh­mi­gun­gen sieht Art. 60 Abs. 5 VO (EG) Nr. 1782/​2003 vor, dass die Mit­glied­staa­ten die indi­vi­du­el­len Daten des Betriebs­in­ha­bers – soweit vor­han­den – oder sons­ti­ge Anga­ben des Betriebs­in­ha­bers ver­wen­den, die sie als hin­rei­chen­den Beleg anse­hen. Hier­an knüpft § 14 Abs. 1 InVe­KoSV an und ergänzt das Inte­grier­te Sys­tem um die Ver­pflich­tung, OGS-Geneh­mi­gun­gen unter Bei­fü­gung "geeig­ne­ter Nach­wei­se" bis zum 15.05.2005 zu bean­tra­gen. Damit ist jedoch nicht die Ver­pflich­tung begrün­det, frist­ge­recht Nach­wei­se über einen etwai­gen Betriebs­zu­sam­men­schluss zu erbrin­gen.

Das Nach­wei­s­er­for­der­nis bezieht sich sei­nem Wort­laut nach all­ge­mein auf OGS-Geneh­mi­gun­gen nach Art. 60 Abs. 3 und 4 VO (EG) Nr. 1782/​2003. Damit sind zunächst die Umstän­de in den Blick genom­men, die nach den dort genann­ten Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen für die Bestim­mung der zu ertei­len­den Geneh­mi­gun­gen maß­geb­lich sind. Für die indi­vi­du­el­le Ober­gren­ze der Geneh­mi­gun­gen kommt es gemäß Art. 60 Abs. 3 und 4 VO (EG) Nr. 1782/​2003 – abhän­gig von der Aus­schöp­fung der regio­na­len Ober­gren­ze – dar­auf an, wel­che Flä­che der Betriebs­in­ha­ber in den Jah­ren 2003, 2004 und/​oder 2005 für die Pro­duk­ti­on von OGS genutzt hat oder nutzt. Hier­zu Nach­wei­se zu erbrin­gen, ent­spricht einem tat­säch­li­chen Bedürf­nis, weil die in den alten Gesamt­flä­chen- und Nut­zungs­nach­wei­sen benutz­ten Codes nur teil­wei­se aus­rei­chen­de Infor­ma­tio­nen ent­hiel­ten 7. Ent­spre­chend hat die Klä­ge­rin Rech­nungs­ko­pi­en über den Erwerb von Els­an­ta Erd­beer­pflan­zen vor­ge­legt. Da die Klä­ge­rin aller­dings erst im Som­mer 2004 gegrün­det wur­de, kann sie OGS-Geneh­mi­gun­gen – von nicht in Rede ste­hen­den Son­der­re­ge­lun­gen abge­se­hen – nur auf­grund der in Art. 33 Abs. 3 VO (EG) Nr. 1782/​2003 vor­ge­se­he­nen Rechts­nach­fol­ge bean­spru­chen, die sich aus dem OGS-Anbau des in sie ein­ge­brach­ten Betriebs ihres Gesell­schaf­ters B. ablei­tet. Ent­spre­chend bezieht sich die Nach­weis­pflicht auf den OGS-Anbau im Betrieb die­ses Gesell­schaf­ters. Dar­über hin­aus ist nach dem Wort­laut zwar auch denk­bar, die Nach­weis­pflicht auf den Umstand des Betriebs­zu­sam­men­schlus­ses und damit die Vor­aus­set­zun­gen von Art. 33 Abs. 3 VO (EG) Nr. 1782/​2003 zu erstre­cken. Dem ste­hen jedoch Sinn und Zweck der Vor­schrift ent­ge­gen, die sich ins­be­son­de­re aus der Sys­te­ma­tik des Uni­ons­rechts erschlie­ßen. Die in Art. 33 Abs. 3 VO (EG) Nr. 1782/​2003 vor­ge­se­he­ne Rechts­nach­fol­ge ist nach dem in Deutsch­land für die Durch­füh­rung der Betriebs­prä­mi­en­re­ge­lung gel­ten­den Kom­bi­na­ti­ons­mo­dell (§ 2 ff. BetrPräm­DurchfG) nicht nur im Rah­men von OGS-Geneh­mi­gun­gen, son­dern bereits für die Zuwei­sung von Zah­lungs­an­sprü­chen erheb­lich, nament­lich für deren durch den betriebs­in­di­vi­du­el­len Betrag mit­be­stimm­ten Wert. In die­sem Kon­text hat aber weder das Uni­ons­recht noch der natio­na­le Gesetz­ge­ber eine Nach­weis­pflicht sta­tu­iert. Es wäre ein logi­scher Bruch, zwar für OGS-Geneh­mi­gun­gen frist­ge­bun­de­ne Nach­wei­se für den Betriebs­zu­sam­men­schluss zu ver­lan­gen, nicht aber in Bezug auf die betriebs­in­di­vi­du­el­len Beträ­ge für die Bestim­mung der Zah­lungs­an­sprü­che.

Die­ses durch Zweck und Sys­te­ma­tik der Nor­men vor­ge­ge­be­ne Ver­ständ­nis der mit § 14 InVe­KoSV auf­er­leg­ten Pflich­ten deckt sich mit dem Anwen­dungs­be­reich, den das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz der Vor­schrift in sei­ner Bro­schü­re "Mei­len­stei­ne der Agrar­po­li­tik" bei­misst. Danach konn­te sich der Nach­weis eines OGS-Anbaus in den Jah­ren 2003, 2004 und 2005 grund­sätz­lich aus den Anga­ben der Flä­chen­ver­zeich­nis­se der Prä­mi­en­an­trä­ge erge­ben oder bei­spiels­wei­se aus Anga­ben für die Boden­nut­zungs­haupter­he­bung 2003, aus Pacht­ver­trä­gen, Mel­dun­gen bei der land­wirt­schaft­li­chen Berufs­ge­nos­sen­schaft, Anbau­ver­zeich­nis­sen bei den Erzeu­ger­ge­mein­schaf­ten, Anbau­ver­trä­gen, Hagel­ver­si­che­rungs­po­li­cen sowie Schlag­kar­tei­en. Auch aus der Sicht des Minis­te­ri­ums woll­te der Ver­ord­nungs­ge­ber anknüp­fend an die Rege­lung des Art. 60 Abs. 5 VO (EG) Nr. 1782/​2003 ledig­lich eine Nach­weis­pflicht für den OGS-Anbau selbst begrün­den.

Soweit dar­auf ver­wie­sen wird, die Klä­ge­rin habe dem Antrags­for­mu­lar und den Aus­füll­hin­wei­sen ohne Wei­te­res ent­neh­men kön­nen, dass Nach­wei­se zum Zusam­men­schluss der Betrie­be frist­ge­recht erfor­der­lich gewe­sen sei­en, mag dies für das For­mu­lar C zutref­fen, auf das in Zif­fer II. 4.5 des Antrags­for­mu­lars indi­rekt hin­ge­wie­sen wur­de. Abge­se­hen davon, dass die­ser Hin­weis im Zusam­men­hang mit einem Antrag erfolg­te, des­sen es nicht bedurf­te, ver­mag allein das For­mu­lar eine sol­che Rechts­pflicht nicht zu begrün­den, son­dern nur umzu­set­zen. Die InVe­KoS-Ver­ord­nung ent­hält jedoch kei­ne Ermäch­ti­gung der Beklag­ten zu einer sol­chen Rege­lung.

Ergibt sich aber weder aus Uni­ons­recht noch aus natio­na­lem Recht, dass sich die Klä­ge­rin mit ihrem Antrag auf Fest­set­zung von Zah­lungs­an­sprü­chen mit OGS-Geneh­mi­gun­gen frist­ge­recht noch­mals zum Betriebs­zu­sam­men­schluss erklä­ren und Nach­wei­se vor­le­gen muss­te, so sind der Klä­ge­rin die begehr­ten OGS-Geneh­mi­gun­gen zuzu­wei­sen. Soweit sich das Beru­fungs­ur­teil am Ran­de auch dar­auf stützt, dass die Klä­ge­rin "nicht unter Nut­zung der von der Agrar­ver­wal­tung bereit­ge­stell­ten For­mu­la­re" hin­rei­chend den Betriebs­zu­sam­men­schluss nach­ge­wie­sen habe, steht die Pflicht, bereit­ge­hal­te­ne For­mu­la­re zu ver­wen­den (§ 5 Abs. 2 InVe­KoSV), dem gel­tend gemach­ten Anspruch schon des­halb nicht ent­ge­gen, weil sich das For­mu­lar C auf Anga­ben und Nach­wei­se bezog, die der Land­wirt nicht inner­halb der Antrags­frist zu erbrin­gen hat­te.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 14. November13 – 3 C 29.12

  1. ABI Nr. L 141 S. 18[]
  2. ABI Nr. L 72 S. 4[]
  3. vgl. EuGH, Urtei­le vom 16.05.2002 – C‑63/​00, Schil­ling und Nehring, Slg. 2002, I‑4497 Rn. 34, vom 28.11.2002 – C‑417/​00, Agrar­ge­nos­sen­schaft Pretzsch, Slg. 2002, I‑11070 Rn. 45; und vom 04.10.2007 – C‑375/​05, Geuting, Slg. 2007, I‑7987 Rn. 30 und – im Kon­text eines Aus­kunfts­an­spruchs des Antrag­stel­lers – Urteil vom 14.09.2000 – C‑369/​98, Fisher, Slg. 2000, I‑6773 Rn. 27[]
  4. EuGH, Urtei­le vom 10.03.2009 – C‑345/​06, Hein­rich, Slg. 2009, I‑1659 Rn. 44 f.; vom 21.06.2007 – C‑158/​06, ROM-pro­jec­ten, Slg. 2007, I‑5114 Rn. 25 f.; und vom 17.07.1997 – C‑354/​95, Natio­nal Farmer’s Uni­on u.a., Slg. 1997, I‑4559 Rn. 57 f.[]
  5. vgl. EuGH, Urteil vom 28.11.2002 – C‑417/​00, Agrar­ge­nos­sen­schaft Pretzsch – a.a.O. Rn. 52[]
  6. vgl. EuGH, Urteil vom 16.06.2011 – C‑536/​09, Ome­jc, Slg. 2011, I‑5367 Rn. 28[]
  7. hier z.B. der Code 890 für sons­ti­ge Dau­er­kul­tur statt nun­mehr Code 732 für Erd­bee­ren, Frei­land[]