Pri­va­te Sport­wet­ten 2008

Im Jahr 2008 durf­te nach einem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz die pri­va­te Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten nicht ver­bo­ten wer­den, weil zu die­sem Zeit­punkt die ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für das staat­li­che Sport­wett­mo­no­pol nicht vor­la­gen.

Pri­va­te Sport­wet­ten 2008

In dem jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Rechts­streit unter­sag­te die damals zustän­di­ge Kreis­ver­wal­tung der Klä­ge­rin im Novem­ber 2006 den Betrieb ihre Annah­me­stel­le für einen in Mal­ta ansäs­si­gen Sport­wet­ten­an­bie­ter. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die hier­ge­gen erho­ben Kla­ge abge­wie­sen, weil das staat­li­che Sport­wett­mo­no­pol der pri­va­ten Ver­mitt­lung von Glücks­spie­len ent­ge­gen gestan­den habe. Nach­dem die Klä­ge­rin ihren Betrieb zum 30. Juni 2008 auf­ge­ge­ben hat­te, begehr­te sie im Beru­fungs­ver­fah­ren, die Rechts­wid­rig­keit der ihr gegen­über erlas­se­nen Unter­sa­gungs­ver­fü­gung im Zeit­punkt der Betriebs­auf­ga­be Ende Juni 2008 fest­zu­stel­len. Die­ser Antrag hat­te Erfolg.

Das Ver­bot der pri­va­ten Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten sei im Zeit­punkt der Auf­ga­be des Betrie­bes der Klä­ge­rin Ende Juni 2008 rechts­wid­rig gewe­sen, weil jeden­falls damals die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts für eine Bei­be­hal­tung des Sport­wett­mo­no­pols nicht hin­rei­chend beach­tet wor­den sei­en. Wie das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bereits im Eil­be­schluss vom 18. August 2008 ent­schie­den habe, sei ins­be­son­de­re der Ver­an­stal­ter der Sport­wet­te ODDSET (Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH) durch das dama­li­gen rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­glücks­spiel­ge­setz nicht ent­spre­chend dem Glücks­spiel­staats­ver­trag ver­pflich­tet wor­den, die Zahl der Annah­me­stel­len zur Bekämp­fung der Spiel­sucht im erfor­der­li­chen Umfang zu begren­zen. Des Wei­te­ren sei nicht gewähr­leis­tet gewe­sen, dass sich die Wer­bung für die Sport­wet­te ODDSET in Rhein­land-Pfalz im Rah­men des noch Zuläs­si­gen gehal­ten habe. Hier­an sei bezo­gen auf den Zeit­punkt der Auf­ga­be des Betrie­bes der Klä­ge­rin fest­zu­hal­ten, zumal der Lan­des­ge­setz­ge­ber die damals bestehen­den recht­li­chen Beden­ken des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts durch eine Ände­rung des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes am 22. Dezem­ber 2008 bereits nach­voll­zo­gen habe. Ob die jetzt gül­ti­ge Fas­sung des Geset­zes den Anfor­de­run­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und der aktu­el­len Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs an die Zuläs­sig­keit des staat­li­chen Wett­mo­no­pols ent­spre­che, habe aller­dings im nun­mehr abge­schlos­se­nen Ver­fah­ren nicht geprüft wer­den müs­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 13. April 2011 – 6 A 11131/​10.OVG