Stö­rung der Toten­ru­he – und die frist­lo­se Kün­di­gung des Fried­hofs­gärt­ners

Der Betrei­ber eines Fried­hofs darf einem Fried­hofs­gärt­ner nicht nach 25 Jah­ren frist­los kün­di­gen, weil des­sen Mit­ar­bei­ter sich im Umgang mit einer Lei­che straf­bar gemacht hat.

Stö­rung der Toten­ru­he – und die frist­lo­se Kün­di­gung des Fried­hofs­gärt­ners

Dies ent­schied jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf im Fal­le einer Kir­chen­ge­mein­de im Ber­gi­schen Land. Der Fried­hofs­gärt­ner wur­de im Sep­tem­ber 2016 mit der Vor­be­rei­tung einer Beer­di­gung in dem mitt­le­ren Grab einer Fami­li­en­grab­stät­te beauf­tragt. In dem lin­ken Grab war zuletzt 2010 ein Fami­li­en­mit­glied beer­digt wor­den. Ein Mit­ar­bei­ter des Fried­hofs­gärt­ners ver­wech­sel­te bei den Aus­hub­ar­bei­ten die Grä­ber und hub das lin­ke Grab aus. Als er hier­bei auf nicht ver­rot­te­te Sarg­tei­le wie auch Lei­chen­tei­le stieß, ent­sorg­te er die­se in einem Müll­con­tai­ner. Dort wur­den sie weni­ge Tage spä­ter ent­deckt. Dar­auf kün­dig­te die Kir­chen­ge­mein­de frist­los den Ver­trag mit dem Fried­hofs­gärt­ner. Außer­dem erklär­te sie die ordent­li­che Kün­di­gung.

Aus Sicht des OLG Düs­sel­dorf war der Kir­chen­ge­mein­de eine wei­te­re Tätig­keit des Mit­ar­bei­ters auf dem Fried­hof nicht mehr zumut­bar. Das recht­fer­tig­te aber nicht die Kün­di­gung gegen­über dem Fried­hofs­gärt­ner, der über 25 Jah­re bean­stan­dungs­frei gear­bei­tet hat­te. Viel­mehr hät­te sie ihn abmah­nen und ihm so Gele­gen­heit geben kön­nen, sei­nen Mit­ar­bei­ter von wei­te­ren Tätig­kei­ten zu ent­bin­den.

Des­halb kann der Fried­hofs­gärt­ner Ver­gü­tung für das hal­be Jahr ver­lan­gen, das nach der frist­lo­sen Kün­di­gung bis zur frist­ge­rech­ten Been­di­gung des Ver­tra­ges ver­ging.

Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf bestä­tigt damit das erst­in­stanz­li­che Grund­ur­teil des Land­ge­richts Wup­per­tal. Die­ses muss nun ent­schei­den, wel­che Ver­gü­tung dem Fried­hofs­gärt­ner der Höhe nach zusteht

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 26. Novem­ber 2019 – I ‑21 U 38/​19