Tex­ti­le­ti­ket­tie­rungs­re­geln für Echt­fell und Leder

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat neu­en Regeln zur Eti­ket­tie­rung von Tex­ti­li­en zuge­stimmt. So sol­len die Ver­brau­cher künf­tig davor bewahrt wer­den, Echt­fell oder -leder zu kau­fen ohne dies zu wis­sen. Die Regeln sol­len auch eine rasche­re Ein­füh­rung von neu­en Fasern und inno­va­ti­ven Pro­duk­ten auf den Markt gewähr­leis­ten. Zudem soll die Kom­mis­si­on bis 2013 eine Stu­die über ein mög­li­ches Ursprungs­kenn­zeich­nungs­sys­tem erstel­len, dem ein Legis­la­tiv­vor­schlag nach­fol­gen könn­te.

Tex­ti­le­ti­ket­tie­rungs­re­geln für Echt­fell und Leder

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat der vor Ostern zwi­schen Ver­tre­tern von Par­la­ment und Rat in zwei­ter Lesung erziel­ten Eini­gung für eine neue Ver­ord­nung über Tex­ti­le­ti­ket­tie­rung zuge­stimmt, in denen den Mit­glied­staa­ten eini­ge Zuge­ständ­nis­se abge­run­gen wor­den waren. Die­se bezie­hen sich auf die Eti­ket­tie­rung von Echt­fell­tei­len und einer Mach­bar­keits­stu­die über Ursprungs­kenn­zeich­nung.

Echt­fell und ‑leder müs­sen auf dem Eti­kett ver­zeich­net sein

Jede Ver­wen­dung von tie­ri­schen Mate­ria­li­en muss künf­tig deut­lich auf dem Eti­kett der Tex­ti­l­er­zeug­nis­se ange­ge­ben wer­den. Fel­le wer­den oft als Besatz bei preis­güns­ti­gen Klei­dungs­stü­cken ver­wen­det. Für den Ver­brau­cher ist es oft schwie­rig, zwi­schen Echt- und hoch­wer­ti­gem Kunst­fell zu unter­schei­den. Das Par­la­ment hat durch­ge­setzt, dass Tex­ti­li­en, die sol­che Pro­duk­te ent­hal­ten, mit "nicht­tex­ti­le Tei­le tie­ri­schen Ursprungs" gekenn­zeich­net wer­den müs­sen, so dass die Ver­brau­cher die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen erhal­ten. Unter ande­rem wer­den All­er­gi­ker von den neu­en Regeln pro­fi­tie­ren, da Echt­fell eine mög­li­che Gefah­ren­quel­le für ihre Gesund­heit dar­stel­len kann.

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on wird auf­ge­for­dert, bis zum 20. Sep­tem­ber 2013 eine Stu­die über gefähr­li­che Sub­stan­zen durch­zu­füh­ren, in der ein kau­sa­ler Zusam­men­hang zwi­schen all­er­gi­schen Reak­tio­nen und in Tex­ti­li­en ver­wen­de­ten che­mi­schen Stof­fen, wie z. B. Farb­stof­fen, Bio­zi­den oder Nano­par­ti­keln, bewer­tet wird.

"Made in" – Eti­kett

Das Euro­päi­sche Par­la­ment woll­te eine ver­pflich­ten­de Ursprungs­kenn­zeich­nung für aus Dritt­län­dern impor­tier­te Tex­ti­l­er­zeug­nis­se. Die­ser Vor­schlag erwies sich aller­dings für eini­ge Mit­glied­staa­ten als sehr umstrit­ten. Das Par­la­ment kämpf­te wäh­rend der Ver­hand­lun­gen für des­sen Auf­nah­me, der der Rat aber nicht zustimm­te.

Der Rat hat aber zuge­stimmt, die Kom­mis­si­on auf­zu­for­dern, eine wei­te­re Stu­die bis zum 30. Sep­tem­ber 2013 über die Mach­bar­keit eines Ursprungs­kenn­zeich­nungs­sys­tems vor­zu­le­gen. Die­ses Sys­tem soll­te Ver­brau­chern genaue Infor­ma­tio­nen über das Ursprungs­land sowie zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen, die eine die lücken­lo­se Rück­ver­folg­bar­keit von Tex­til­wa­ren sicher­stel­len, leis­ten. Dem Bewer­tungs­be­richt könn­te ein Legis­la­tiv­vor­schlag nach­fol­gen.

Mög­li­che neue Kenn­zeich­nungs­an­for­de­run­gen und neue Tech­no­lo­gi­en

Der Bericht der Kom­mis­si­on soll­te auch die Mach­bar­keit einer Har­mo­ni­sie­rung von gegen­wär­tig frei­wil­li­gen Pfle­ge­eti­ket­ten­an­for­de­run­gen, eines uni­ons­weit ein­heit­li­ches Eti­ket­tie­rungs­sys­tem für die Grö­ße von Klei­dungs­stü­cken sowie die Anga­be von all­er­ge­nen Stof­fen prü­fen.

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hebt zudem die Not­wen­dig­keit her­vor zu prü­fen, wie neue Tech­no­lo­gi­en, wie zum Bei­spiel Mikro-Chips oder Funk­eti­ket­ten (Radio­fre­quenz-Iden­ti­fi­ka­ti­on) in der Zukunft anstel­le der her­kömm­li­chen Eti­ket­ten ver­wen­det wer­den kön­nen, um den Ver­brau­chern Infor­ma­tio­nen zu ver­mit­teln.

Selb­stän­di­ge Schnei­der aus­ge­nom­men

Die neue Ver­ord­nung ent­hält fer­ner eine Aus­nah­me­re­ge­lung von der zwin­gen­den Eti­ket­tie­rungs­an­for­de­rung. Die­se betrifft maß­ge­schnei­der­te Tex­til­wa­ren von selb­stän­di­gen Schnei­dern.

Nächs­te Schrit­te

Nach der heu­ti­gen Ver­ab­schie­dung durch das Par­la­ment müs­sen die­se Regeln zur Tex­til­kenn­zeich­nung noch von den Mit­glied­staa­ten unter­zeich­net wer­den. Die neue Ver­ord­nung wird 20 Tage nach ihrer Ver­öf­fent­li­chung im EU-Amts­blatt in Kraft tre­ten. Die Mit­glied­staa­ten wer­den zwei­ein­halb Jah­re Zeit für die Umset­zung der neu­en Kenn­zeich­nungs­an­for­de­run­gen, wie bei­spiels­wei­se Eti­ket­tie­rung von Fell­tei­len, haben, um der Indus­trie Zeit zur Anpas­sung zu geben.