Ver­spä­tung bei Flug und Bahn

Wenn wäh­rend der Urlaubs­rei­se mit Flug­zeug oder Bahn ein Pro­blem auf­tritt, hat der Rei­sen­de umfas­sen­de Rech­te:

Ver­spä­tung bei Flug und Bahn

Flug­rei­sen

Kommt es bei einem Flug zu einer Ver­spä­tung, die über 3 Stun­den hin­aus­geht, ste­hen dem Urlau­ber Scha­dens­er­satz­an­sprü­che von bis zu 600 € zu. Die glei­che Sum­me kann er gel­tend machen, wenn das Flug­zeug über­bucht ist oder der Flug kom­plett gestri­chen wor­den ist. Wenn eine Maschi­ne ganz aus­fällt, gibt es einen Anspruch auf Preis­rück­erstat­tung oder einen Platz in der nächst­mög­li­chen Maschi­ne. Ein Recht auf eine Unter­kunft und auf Ver­pfle­gung wird regel­mä­ßig dann begrün­det, wenn der Urlau­ber län­ge­re Zeit am Flug­ha­fen war­ten muss.

Bahn­rei­sen

Bahn­rei­sen­den wer­den seit Juli 2009 eben­falls ent­spre­chen­de Rech­te ein­ge­räumt: Eine Ent­schä­di­gung von 25% des Fahr­kar­ten­prei­ses ist fäl­lig bei Zug­ver­spä­tun­gen von einer Stun­de. Ab einer Ver­spä­tun­gen von über zwei Stun­den liegt die Erstat­tung bei der Hälf­te des Fahr­prei­ses.

Um sein Ziel zu errei­chen, kann ein Zug­gast bei der Ver­spä­tung eines Nah­ver­kehrs­zu­ges von mehr als zwan­zig Minu­ten ohne Auf­preis auf einen höher­wer­ti­gen Zug, z. Bsp. einen ICE, aus­wei­chen. Nach Mit­ter­nacht bekommt der Ver­brau­cher ein Recht auf ein Taxi, wenn die Ver­spä­tung mehr als eine Stun­de beträgt, und das End­ziel nicht mehr mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln erreicht wer­den kann.

Um sei­ne Rech­te zu wah­ren, soll­te man sich die Zug­ver­spä­tung von Zug­be­glei­tern oder Mit­ar­bei­tern der Bahn auf dem Bahn­hof bestä­ti­gen las­sen. Ein Ver­merk auf der Fahr­kar­te ist eben­falls not­wen­dig.
Pas­sen­de For­mu­la­re, um sich mit den For­de­run­gen an die Beschwer­de­stel­le der Bahn zu wen­den, gibt es an jedem Bahn­schal­ter. Kom­men Ver­brau­cher im Fall einer Beschwer­de gegen­über der Bahn nicht wei­ter, so haben sie die Mög­lich­keit, sich an die unab­hän­gi­ge Schlich­tungs­stel­le für den öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr zu wen­den.

Son­der­recht für Älte­re und Behin­der­te

Wei­te­re­ge­hen­de Rech­te im Flug- und Bahn­ver­kehr betref­fen Per­so­nen mit ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät, etwa älte­re oder kör­per­lich behin­der­te Men­schen. Sie haben einen Anspruch auf Hil­fe­stel­lung, um mög­lichst unbe­schwert an ihr Rei­se­ziel zu gelan­gen. Bereits vor Antritt der Rei­se soll­ten sie sich an das Flug­un­ter­neh­men oder die Bahn wen­den und beson­de­re Hil­fe­stel­lung für die Rei­se anfor­dern. So ist sowohl die jewei­li­ge Flug­ge­sell­schaft als auch das betref­fen­de Bahn­un­ter­neh­men ver­pflich­tet, kos­ten­lo­se Hil­fe beim Ein- und Aus­stieg sowie wäh­rend der Rei­se im Zug oder Flug­zeug anzu­bie­ten, wenn der Betrof­fe­ne dies vor­her gegen­über dem Unter­neh­men ange­mel­det hat.