Wett­be­werbs­recht­li­che Unter­las­sungs­an­sprü­che in der Insol­venz

Bei einem gegen den Insol­venz­schuld­ner gerich­te­ten gesetz­li­chen Unter­las­sungs­an­spruch wegen Ver­let­zung eines gewerb­li­chen Schutz­rechts des Klä­gers oder wegen eines Wett­be­werbs­ver­sto­ßes han­delt es sich um einen Pas­siv­pro­zess i.S. des § 86 InsO. Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof und gab damit sei­ne ent­ge­gen­ste­hen­de Recht­spre­chung aus dem "Dia-Rähm­chen III"-Urteil 1 aus­drück­lich auf. Der durch Insol­venz­eröff­nung unter­bro­che­ne Rechts­streit ist damit in ana­lo­ger Anwen­dung des § 86 Abs. 1 Nr. 3 InsO auf­zu­neh­men.

Wett­be­werbs­recht­li­che Unter­las­sungs­an­sprü­che in der Insol­venz

Aller­dings: Wett­be­werbs­wid­ri­ge Hand­lun­gen des Insol­venz­schuld­ners, sei­ner Mit­ar­bei­ter oder Beauf­trag­ten begrün­den in der Per­son des Insol­venz­ver­wal­ters kei­ne Wie­der­ho­lungs­ge­fahr, auch wenn die­ser den Betrieb des Insol­venz­schuld­ners fort­führt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. März 2010 – I ZR 158/​07 (Modul­ge­rüst II)

  1. BGH, Urteil vom 21.10.1965 – Ia ZR 144/​63, GRUR 1966, 218 – Dia-Rähm­chen III[]