Zeitho­no­rar

Zur schlüs­si­gen Begrün­dung eines nach Zeit­auf­wand zu bemes­sen­den Ver­gü­tungs­an­spruchs muss der Unter­neh­mer grund­sätz­lich nur dar­le­gen, wie vie­le Stun­den für die Erbrin­gung der Ver­trags­leis­tun­gen ange­fal­len sind.

Zeitho­no­rar

Die Ver­ein­ba­rung einer Stun­den­lohn­ver­gü­tung für Werk­leis­tun­gen begrün­det nach Treu und Glau­ben eine ver­trag­li­che Neben­pflicht zur wirt­schaft­li­chen Betriebs­füh­rung, deren Ver­let­zung sich nicht unmit­tel­bar ver­gü­tungs­min­dernd aus­wirkt, son­dern einen vom Bestel­ler gel­tend zu machen­den Gegen­an­spruch aus § 280 Abs. 1 BGB ent­ste­hen lässt. Des­sen tat­säch­li­che Vor­aus­set­zun­gen muss der Bestel­ler nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen dar­le­gen und bewei­sen.

Den Unter­neh­mer trifft eine sekun­dä­re Dar­le­gungs­last, wenn der Bestel­ler nicht nach­voll­zie­hen kann, wel­che kon­kre­ten Leis­tun­gen der Unter­neh­mer erbracht hat, und ihm des­halb die Mög­lich­keit genom­men ist, die Wirt­schaft­lich­keit des abge­rech­ne­ten Zeit­auf­wands zu beur­tei­len1. Ein sol­cher Fall liegt nicht vor, wenn der Bestel­ler die ein­zel­nen Leis­tun­gen in Auf­trag gege­ben hat und spä­ter den Auf­trags­um­fang nicht mehr nach­voll­zie­hen kann.

Die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die inhalt­li­che Rich­tig­keit der Abrech­nung eines werk­ver­trag­li­chen Ver­gü­tungs­an­spruchs liegt auch bei einer prüf­ba­ren Abrech­nung beim Unter­neh­mer2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Mai 2009 – VII ZR 74/​06

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 17. April 2009 – VII ZR 164/​07
  2. Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 27. Novem­ber 2003 – VII ZR 288/​02, BGHZ 157, 118, 126