Anscheins­be­weis – und die abwei­chen­de Erfolgs­ty­pik

Der Beweis des ers­ten Anscheins greift bei typi­schen Gesche­hens­ab­läu­fen ein.

Anscheins­be­weis – und die abwei­chen­de Erfolgs­ty­pik

Also in Fäl­len, in denen ein bestimm­ter Tat­be­stand nach der Lebens­er­fah­rung auf eine bestimm­te Ursa­che für den Ein­tritt eines bestimm­ten Erfolgs hin­weist; im Wege des Anscheins­be­wei­ses kann gege­be­nen­falls von einem bestimm­ten ein­ge­tre­te­nen Erfolg auf die Ursa­che geschlos­sen wer­den, wobei die­ser Schluss einen typi­schen Gesche­hens­ab­lauf vor­aus­setzt und Typi­zi­tät in die­sem Zusam­men­hang bedeu­tet, dass der Kau­sal­ver­lauf so häu­fig vor­kom­men muss, dass die Wahr­schein­lich­keit, einen sol­chen Fall vor sich zu haben, sehr groß ist 1.

Der Anscheins­be­weis greift jedoch nicht ein, wenn das Gesche­hen Umstän­de auf­weist, die es ernst­haft als mög­lich erschei­nen las­sen, dass das Scha­dens­er­eig­nis anders abge­lau­fen ist als nach dem Mus­ter der der Anscheins­re­gel zugrun­de­lie­gen­den Erfolgs­ty­pik; das ist der Fall, wenn beson­de­re Umstän­de hin­zu­kom­men, die wegen der Abwei­chun­gen des Sach­ver­halts von den typi­schen Sach­ver­hal­ten einen ande­ren Gesche­hens­ab­lauf als ernst­haf­te, eben­falls in Betracht kom­men­de Mög­lich­keit nahe­le­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. April 2018 – V ZR 153/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2015 – V ZR 71/​11, NJW 2012, 2263 Rn. 13 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 04.05.2015 – V ZR 71/​11, aaO[]