Das Kon­to der Pelz­tier­züch­ter

Ein Boy­kott­auf­ruf auf der Web­site eines Tier­schutz­bü­ros, durch den eine Bank auf­ge­for­dert wird, das Kon­to eines Pelz­tier­züch­ter­ver­ban­des zu kün­di­gen, ist recht­mä­ßig, wenn in sach­li­cher Form auf zu kri­ti­sie­ren­de Zustän­de in der Pelz­tier­zucht hin­ge­wie­sen wird und mit dem Boy­kott­auf­ruf sozi­al moti­vier­te und schüt­zens­wer­te Zie­le ver­folgt wer­den.

Das Kon­to der Pelz­tier­züch­ter

So hat das Land­ge­richt Osna­brück in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren des Zen­tral­ver­ban­des Deut­scher Pelz­tier­züch­ter e.V. aus Mel­le ent­schie­den, der den Boy­kott­auf­ruf des Deut­schen Tier­schutz­bü­ros stop­pen woll­te. Das Tier­schutz­bü­ro for­dert die ört­li­che Volks­bank durch einen Auf­ruf auf der eige­nen Web­site öffent­lich auf, das Kon­to des Pelz­tier­züch­ter­ver­ban­des zu kün­di­gen. Eine genos­sen­schaft­li­che Bank, die mit Wer­ten wie Ver­ant­wor­tung und Respekt wer­be, dür­fe nach Auf­fas­sung des Tier­schutz­bü­ros kei­ne Geschäf­te mit Tier­quä­lern machen. An dem Geld kle­be Blut. Dage­gen rich­tet sich der Antrag des Zen­tral­ver­ban­des Deut­scher Pelz­tier­züch­ter e.V. aus Mel­le auf Erlass einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung gegen das Deut­sche Tier­schutz­bü­ro.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Osna­brück feh­le es zum einen an einer beson­de­ren Dring­lich­keit, weil nicht ersicht­lich sei, dass die Volks­bank dem Druck der Öffent­lich­keit nach­ge­ben und das Bank­kon­to kün­di­gen wer­de.

Zum ande­ren über­wie­ge die Mei­nungs­frei­heit des Tier­schutz­bü­ros gegen­über dem Per­sön­lich­keits­recht des Pelz­tier­züch­ter­ver­ban­des. Mit dem Boy­kott­auf­ruf wür­den näm­lich sozi­al moti­vier­te und schüt­zens­wer­te Zie­le ver­folgt, weil in sach­li­cher Form auf zu kri­ti­sie­ren­de Zustän­de in der Pelz­tier­zucht hin­ge­wie­sen wer­de. Daher sei der Boy­kott­auf­ruf recht­mä­ßig.

Land­ge­richt Osna­brück, Urteil vom 29. Novem­ber 2013 – 12 O 2638/​13