Der durch die Dach­la­wi­ne ent­stan­de­ne Scha­den

Anders als der Mie­ter einer Woh­nung hat der Mie­ter eines Hau­ses die voll­stän­di­ge allei­ni­ge Sach­herr­schaft über die Miet­sa­che. Die Über­tra­gung der dem Ver­mie­ter oblie­gen­den Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht auf den Mie­ter eines Hau­ses benach­tei­ligt die­sen nicht.

Der durch die Dach­la­wi­ne ent­stan­de­ne Scha­den

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Mie­te­rin abge­wie­sen, mit der die­se den durch eine Dach­la­wi­ne ent­stan­de­nen Fahr­zeug­scha­den von ihrem Ver­mie­ter ersetzt bekom­men woll­te. im März 2010 fuhr ein Bekann­ter einer Mie­te­rin einer Dop­pel­haus­hälf­te mit deren 7‑er BMW aus der Gara­ge in Rich­tung Tor­ein­fahrt. In die­sem Moment lös­ten sich Eis- und Schnee­mas­sen vom Dach­be­reich ober­halb des Haus­ein­gangs und fie­len auf das Dach des Fahr­zeugs. Die­ses wur­de groß­flä­chig ein­ge­dellt und auch der Kot­flü­gel rechts vor­ne wur­de noch beschä­digt. Den Scha­den in Höhe von 2753 Euro woll­te die Mie­te­rin von ihrem Ver­mie­ter ersetzt bekom­men. Schließ­lich habe die­ser sei­ne Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht ver­letzt. Er habe das Dach nicht mit Schnee­fang­git­tern ver­se­hen, es auch nicht von Schnee und Eis geräumt und kei­ne Warn­schil­der auf­ge­stellt. Der Ver­mie­ter wei­ger­te sich jedoch zu bezah­len. Im Miet­ver­trag sei die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht auf die Mie­te­rin über­tra­gen wor­den. Die Mie­te­rin erhob Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Mün­chen.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen habe der Eigen­tü­mer der Dop­pel­haus­hälf­te die grund­sätz­lich ihm oblie­gen­de Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht wirk­sam auf sei­ne Mie­te­rin über­tra­gen. Nach dem Miet­ver­trag über­näh­men die Mie­ter sämt­li­che dem Ver­mie­ter und Haus­ei­gen­tü­mer oblie­gen­den öffent­li­che­recht­li­chen Pflich­ten und pri­vat­recht­li­chen Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten. Die­se for­mu­lar­mä­ßi­ge Über­tra­gung begeg­ne jeden­falls bei der Ver­mie­tung eines Hau­ses kei­nen recht­li­chen Beden­ken. Anders als der Mie­ter einer Woh­nung habe näm­lich der Mie­ter eines Hau­ses die voll­stän­di­ge allei­ni­ge Sach­herr­schaft über die Miet­sa­che, so dass die Über­tra­gung ihn nicht benach­tei­li­ge.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 29. Novem­ber 2011 – 433 C 19170/​11