Die dau­er­haf­te Tro­cken­le­gung eines feuch­ten Kel­lers

Wird bei einem Ver­trag über eine Kel­ler­ab­dich­tung gegen auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit eine bestimm­te Aus­füh­rungs­art ver­ein­bart, schul­det das aus­füh­ren­de Unter­neh­men die dau­er­haf­te Tro­cken­le­gung des Kel­lers als Leis­tungs­er­folg.

Die dau­er­haf­te Tro­cken­le­gung eines feuch­ten Kel­lers

Mit die­ser Begrün­dung hat das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall ein Fach­un­ter­neh­men wegen einer man­gel­haf­ten Kel­ler­ab­dich­tung zur Zah­lung von Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet. Der Klä­ger hat­te sich wegen Feuch­tig­keit im Kel­ler sei­nes Hau­ses an das beklag­te Unter­neh­men gewandt, das ihm zunächst eine Scha­dens­ana­ly­se in Aus­sicht stell­te. Nach­dem ein Mit­ar­bei­ter der Beklag­ten den Kel­ler besich­tigt hat­te, bot er dem Klä­ger eine Iso­lie­rung des Kel­lers mit Druck­in­jek­ti­on gegen auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit sowie eine zusätz­li­che Ver­ti­kal- und Fuß­bo­den­ab­dich­tung an. Im anschlie­ßend abge­schlos­se­nen Werk­ver­trag heißt es:

In Auf­trag gege­ben wird eine Abdich­tung über Ober­kan­te Erd­reich bzw. über Ober­kan­te Kel­ler­bo­den­plat­te gegen auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit, wei­te­re Leis­tun­gen wer­den nicht in Auf­trag gege­ben. (…) Im erd­be­deck­ten Bereich ist bei kon­ti­nu­ier­li­cher star­ker ver­ti­ka­ler Was­ser­be­las­tung (…) als flan­kie­ren­de Maß­nah­me eine druck­was­ser­be­stän­di­ge Ver­ti­kal­a­b­dich­tung anzu­ra­ten. (…)“

Nach Abschluss der Arbei­ten drang wie­der­holt Feuch­tig­keit im Kel­ler­be­reich ein. Das Land­ge­richt hat die auf Scha­dens­er­satz gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen. Dar­auf­hin ist Beru­fung ein­ge­legt wor­den.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt deut­lich gemacht, dass die Abdich­tung man­gel­haft i.S.v. § 633 Abs. 2 S. 1 BGB gewe­sen sei. Die Aus­le­gung des Werk­ver­tra­ges erge­be, dass nach dem Wil­len der Par­tei­en die dau­er­haf­te Tro­cken­le­gung des Kel­lers als Leis­tungs­er­folg geschul­det war. Der geschul­de­te Erfolg bestim­me sich nicht nur nach der ver­ein­bar­ten Aus­füh­rungs­art, son­dern auch danach, wel­che Funk­ti­on das Werk erfül­len soll. Die im Ver­trags­text bestimm­te Aus­füh­rungs­art habe nach dem erkenn­ba­ren Wil­len des Klä­gers zur Tro­cken­le­gung des Kel­lers füh­ren sol­len. Hier­an ände­re auch der Hin­weis auf anzu­ra­ten­de Maß­nah­men bei ver­ti­ka­ler Was­ser­be­las­tung nichts, weil jeden­falls die indi­vi­du­ell getrof­fe­ne Ver­ein­ba­rung über die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Abdich­tungs­ar­bei­ten Vor­rang habe. Da das Werk für den Klä­ger wert­los sei, kön­ne er den Werk­lohn voll­stän­dig als Scha­dens­er­satz zurück­for­dern und Ersatz der Kos­ten für eine erneu­te Reno­vie­rung des Kel­lers bean­spru­chen; wei­ter­ge­hen­de Ersatz­an­sprü­che hat das Ober­lan­des­ge­richt ver­neint.

Bran­den­bur­gi­sches Ober­lan­des­ge­richt, Urteil vom 13. Febru­ar 2014 – 12 U 133/​13