Die gericht­li­che Aus­wahl des Zwangs­ver­wal­ters – und ihre Über­prü­fung im Beschwer­de­ver­fah­ren

Die Aus­wahl des Zwangs­ver­wal­ters kann im Beschwer­de­ver­fah­ren grund­sätz­lich nur auf Ermes­sens­feh­ler über­prüft wer­den.

Die gericht­li­che Aus­wahl des Zwangs­ver­wal­ters – und ihre Über­prü­fung im Beschwer­de­ver­fah­ren

Dass die Über­prü­fung der Aus­wahl des Zwangs­ver­wal­ters durch das Voll­stre­ckung nur in die­sem Umfang durch das Beschwer­de­ge­richt zu über­prü­fen ist, ist nicht umstrit­ten 1 und nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs auch zutref­fend. Die­se Rechts­fol­ge lässt sich aber nicht aus dem Umstand ablei­ten, dass mit der gegen die Aus­wahl­ent­schei­dung gege­be­nen Voll­stre­ckungs­er­in­ne­rung nur Ein­wen­dun­gen gegen die "Art und Wei­se der Zwangs­voll­stre­ckung" gel­tend gemacht wer­den kön­nen 2. Für den Umfang der Prü­fung der Aus­wahl­ent­schei­dung kann es nicht ent­schei­dend dar­auf ankom­men, ob nur die Aus­wahl oder auch die Ent­schei­dung ange­foch­ten wird, in deren Rah­men sie erfolgt, näm­lich die Anord­nung der Zwangs­ver­wal­tung oder die iso­lier­te nach­träg­li­che Bestel­lung eines Zwangs­ver­wal­ters.

Die beschränk­te Über­prü­fung der Aus­wahl­ent­schei­dung des Voll­stre­ckungs­ge­richts folgt viel­mehr unmit­tel­bar aus § 150 Abs. 1 ZVG. Die­se Norm über­trägt die Bestel­lung des Zwangs­ver­wal­ters und damit auch des­sen Aus­wahl dem Voll­stre­ckungs­ge­richt. Die Aus­wahl des Zwangs­ver­wal­ters ist aber kei­ne in jeder Hin­sicht gebun­de­ne Ent­schei­dung. Sie erfor­dert viel­mehr in dem gesetz­li­chen Rah­men eine Wer­tung. Das Gesetz räumt dem Voll­stre­ckungs­ge­richt mit der Über­tra­gung der Aus­wahl­ent­schei­dung zwangs­läu­fig auch den für die­se Aus­wahl not­wen­di­gen Ermes­sens­spiel­raum ein. Des­we­gen kann die Aus­wahl nicht voll­stän­dig, son­dern grund­sätz­lich nur dar­auf über­prüft wer­den, ob das Voll­stre­ckungs­ge­richt die Gren­zen sei­nes Ermes­sens­spiel­raums ein­ge­hal­ten hat.

Der in Aus­sicht genom­me­ne Zwangs­ver­wal­ter muss die Gewähr dafür bie­ten, sei­ne Auf­ga­be unab­hän­gig von den Inter­es­sen der Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten und den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen ent­spre­chend zu erfül­len. Das ist grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen, wenn sich der vor­ge­se­he­ne Zwangs­ver­wal­ter in einer recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Bezie­hung zu einem Betei­lig­ten des Zwangs­ver­wal­tungs­ver­fah­rens befin­det 3. Ein Bei­spiel wäre der Zwangs­ver­wal­ter, der gleich­zei­tig Steu­er­be­ra­ter des Schuld­ners ist 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Juli 2013 – V ZB 29/​12

  1. LG Ros­tock, Rpfle­ger 2001, 40, 41; Böttcher/​Kel­ler, ZVG, 5. Aufl., § 150 Rn. 6; Engels in Dassler/​Schiffhauer/​Hintzen/​Engels/​Rellermeyer, ZVG, 14. Aufl., § 150 Rn. 28.1; Löhnig/​Bäuerle, ZVG, § 150 Rn. 5; Stö­ber, ZVG, 20. Aufl., § 150 Rn. 3.5[]
  2. so aber offen­bar LG Ros­tock, Rpfle­ger 2001, 40, 41[]
  3. BGH, Beschluss vom 14.04.2005 – V ZB 15/​05, NJW-RR 2005, 1299, 1300[]
  4. LG Bonn, MDR 1964, 768[]