Die Luft­fül­lung der Kin­der­hüpf­burg

Bei einer Hüpf­burg muss der Betrei­ber sicher­stel­len, dass die Luft­fül­lung sowohl bei vie­len Kin­dern als auch bei Erwach­se­nen mit höhe­rem Kör­per­ge­wicht aus­reicht, um beim Spie­len nicht auf dem Boden unter dem Spiel­ge­rät auf­zu­schla­gen.

Die Luft­fül­lung der Kin­der­hüpf­burg

So das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Erzie­he­rin, die vom Betrei­ber eines Frei­zeit­parks Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld ver­langt hat, da sie angeb­lich beim Ver­las­sen eines Luft­schiffs auf dem Luft­kis­sen zu Fall kam, weil des­sen Hül­le nach­gab und eine Knie­ver­let­zung erlitt. Die Klä­ge­rin ist Erzie­he­rin im Land­kreis Neu­wied. Mit wei­te­ren Erzie­he­rin­nen und 37 Kin­dern besuch­te sie im April 2010 einen von der Beklag­ten betrie­be­nen Frei­zeit­park. Dort betrat die Klä­ge­rin ein prall mit Luft gefüll­tes Spiel­ge­rät aus Kunst­stoff­fo­lie (Luft­schiff) über ein davor ange­brach­tes, 1,5m x 1m gro­ßes Luft­kis­sen. Luft­kis­sen und Luft­schiff wer­den von dem­sel­ben Geblä­se unter Über­druck gehal­ten. Die Klä­ge­rin woll­te auf der Hüpf­burg die spie­len­den Kin­der foto­gra­fie­ren. Beim Ver­las­sen des Luft­schiffs kam die Klä­ge­rin auf dem Luft­kis­sen zu Fall, weil des­sen Hül­le nach­gab. Sie erlitt dabei eine erheb­li­che Knie­ver­let­zung, für die sie von der Beklag­ten u.a. Scha­dens­er­satz in Höhe von ca. 5.000,- € und ein Schmer­zens­geld in Höhe von 12.000,- € for­dert. Die Beklag­te wen­det ein, sie habe das Spiel­ge­rät am Mor­gen kon­trol­liert und es sei in ein­wand­frei­em Zustand gewe­sen. Bereits das Land­ge­richt gab der Kla­ge nicht statt, da die Beklag­te ihrer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht genügt habe, da sie die Hüpf­burg hin­rei­chend kon­trol­liert habe. Hier­ge­gen hat sich die Klä­ge­rin mit ihrer Beru­fung gewen­det.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Koblenz müs­se bei einer Hüpf­burg der Betrei­ber sicher­stel­len, dass die Luft­fül­lung auch bei vie­len Kin­dern aus­rei­che, um beim Spie­len nicht auf dem Boden unter dem Spiel­ge­rät auf­zu­schla­gen. Der Betrei­ber müs­se auch ein­be­zie­hen, dass erwach­se­ne Begleit­per­so­nen mit höhe­rem Kör­per­ge­wicht die Hüpf­burg betre­ten – etwa um Kin­der abzu­ho­len oder erzie­he­risch ein­zu­schrei­ten. Um die­sen Anfor­de­run­gen gerecht zu wer­den, sei eine regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le des Spiel­ge­rä­tes ange­zeigt.

Im kon­kre­ten Fall jedoch habe die Klä­ge­rin nicht bele­gen kön­nen, dass das Luft­kis­sen beim Ver­las­sen des Spiel­ge­rä­tes mit zu wenig Luft gefüllt gewe­sen sei. Sie selbst habe das Luft­schiff pro­blem­los über das Luft­kis­sen betre­ten kön­nen. Zu die­sem Zeit­punkt sei die Hüpf­burg daher jeden­falls noch aus­rei­chend mit Luft ver­sorgt gewe­sen. Zudem hät­ten zahl­lo­se wei­te­re Besu­che­rin­nen und Besu­cher am Unfall­tag das Luft­schiff pro­blem­los betre­ten und ver­las­sen. Eine zu gerin­ge Luft­fül­lung sei auch weder den ande­ren Erzie­he­rin­nen noch den 37 Kin­dern auf­ge­fal­len. Daher sei auch nicht erkenn­bar, dass eine inten­si­ve­re Kon­trol­le durch die Beklag­te den Unfall hät­te ver­hin­dern kön­nen.

Ober­lan­des­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 3. Dezem­ber 2012 – 5 U 1054/​12