Die Tri­bü­ne im Steh­platz­be­reich einer Eis­sport­hal­le

Ist eine Tri­bü­ne im Steh­platz­be­reich einer Eis­sport­hal­le nicht über eine Trep­pe, son­dern nur über die Stu­fen des Steh­platz­be­reichs selbst zugäng­lich, so kann der Betrei­ber der Hal­le auf­grund einer Ver­let­zung sei­ner delik­ti­schen Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet sein, wenn er nicht alle mög­li­chen und zumut­ba­ren Vor­keh­run­gen trifft, um Gefah­ren von Zuschau­ern abzu­wen­den, denen die­se beim Auf­su­chen vor und dem Ver­las­sen ihres Plat­zes nach der Ver­an­stal­tung aus­ge­setzt sein kön­nen.

Die Tri­bü­ne im Steh­platz­be­reich einer Eis­sport­hal­le

Die Haf­tung des Betrei­bers kann begrün­det sein, wenn eine 67 Jah­re alte Besu­che­rin nach Ende einer Ver­an­stal­tung, bei der älte­re Per­so­nen zum Ziel­pu­bli­kum gehö­ren, beim Ver­las­sen des Tri­bü­nen­be­reichs auf­grund eines Sto­ßes eines der hin­ter ihr fol­gen­den, drän­geln­den Zuschau­er auf den Boden der Hal­le stürzt und sich dabei ver­letzt, weil ein am Rand des Tri­bü­nen­be­reichs ange­brach­ter Hand­lauf, an dem sich die Ver­letz­te beim Hin­ab­stei­gen der etwa 25 cm hohen Steh­platz­stu­fen bis unmit­tel­bar vor dem Sturz fest­ge­hal­ten hat­te, ein kur­zes Stück vor dem Hal­len­bo­den und damit ver­früht endet, so dass die Ver­letz­te im Moment des Sto­ßes an dem Gelän­der kei­nen Halt mehr fin­det.

Es kann unter sol­chen Umstän­den gerecht­fer­tigt sein, Inhalt und Umfang der am Unfall­ort ein­zu­hal­ten­den Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten des Betrei­bers zumin­dest nach den Anfor­de­run­gen zu bestim­men, die für Trep­pen in öffent­lich zugäng­li­chen Gebäu­den gel­ten.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart Urteil vom 20. Juli 2010 – 12 U 55/​10