Neu­es zum Erbrecht

Ist kein Tes­ta­ment vor­han­den, kommt es unter den Erben häu­fig zu Strei­tig­kei­ten. Damit die Erb­mas­se im Sin­ne des Dahin­schei­den­den gerecht ver­teilt wer­den kann, ist ein rechts­wirk­sa­mes Tes­ta­ment von­nö­ten. Was damit genau gemeint ist und was sich in Zukunft ändern könn­te, möch­ten wir hier erklä­ren.

Neu­es zum Erbrecht

Wie muss das Tes­ta­ment aus­se­hen?

Liegt ein rechts­kräf­ti­ges und for­mal ein­wand­frei­es Tes­ta­ment vor, ist es nicht wei­ter schwie­rig, Bewei­se für den eige­nen Erb­an­spruch nach­zu­wei­sen. In die­sem Zusam­men­hang emp­fiehlt es sich, den „Letz­ten Wil­len“ von einem Notar anfer­ti­gen oder zumin­dest über­ar­bei­ten zu las­sen. Das birgt unter ande­rem die fol­gen­den Vor­tei­le:

  • im Tes­ta­ment wer­den ledig­lich juris­tisch ein­wand­freie For­mu­lie­run­gen auf­tre­ten
  • der Notar kann eine bera­ten­de Tätig­keit über­neh­men
  • das Tes­ta­ment wird auto­ma­tisch im ZTR (Zen­tra­les Tes­ta­ments­re­gis­ter) erfasst

Theo­re­tisch kann aber auch ein auf eine Ser­vi­et­te gekrit­zel­tes Tes­ta­ment gül­tig sein, wenn man auf eini­ge Din­ge ach­tet! Zum Bei­spiel muss das soge­nann­te „Pri­vat­schrift­li­che Tes­ta­ment“ gänz­lich hand­schrift­lich ver­fasst und klar als „Tes­ta­ment“ oder „Letz­ter Wil­le“ gekenn­zeich­net wer­den. Wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen und Infor­ma­tio­nen fin­den unse­re Leser hier.

Wird sich das Fami­li­en- und Erbrecht nach dem Samen­spen­der-Urteil ändern?

Der Fall der Samen­spen­de hielt sich über meh­re­re Wochen in den Schlag­zei­len der Zei­tun­gen und Inter­net­ma­ga­zi­ne. Wer bis vor Kur­zem eine Samen­spen­de ein­reich­te, muss­te nicht befürch­ten, dass Jah­re spä­ter ein unbe­kann­ter Erbe auf der Mat­te ste­hen könn­te, um sei­nen Anteil ein­zu­for­dern. Sei­tens der Poli­tik lie­gen Neu­re­ge­lun­gen im Fami­li­en- und Erbrecht nach dem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Hamm zur anony­men Samen­spen­de nun­mehr im Bereich des Mög­li­chen. Erbrecht­li­che Nach­tei­le für direk­te Fami­li­en­mit­glie­der eines Samen­spen­ders, Unter­halts­for­de­run­gen und feh­len­de Anony­mi­tät könn­ten aller­dings sehr nega­ti­ve Fol­gen für das Samen­spen­der-Kon­zept haben. Es bleibt zu befürch­ten, dass zukünf­tig viel weni­ger Män­ner ihren Samen spen­den wer­den.