Rech­te und Pflich­ten beim Schlüs­sel­dienst

Einen Moment nicht auf­ge­passt und schon ist es pas­siert – die Haus­tür ist ins Schloss gefal­len. Die zuge­fal­le­ne Haus­tür und der Schlüs­sel in der Woh­nung, das ist der häu­figs­te Grund für einen Ein­satz eines Schlüs­sel­diens­tes. Jeden Tag öff­net der Not­dienst in Deutsch­land hun­der­te zuge­fal­le­ne Türen, repa­riert defek­te Schlös­ser oder hilft bei ver­lo­re­nen oder kaputt gegan­ge­nen Schlüs­seln.

Rech­te und Pflich­ten beim Schlüs­sel­dienst

Der Markt für Schlüs­sel­diens­te ist rie­sig. Neben den über­wie­gend seri­ös arbei­ten­den Unter­neh­men gibt es auch eini­ge weni­ge schwar­ze Scha­fe, die sich die Not­la­ge ihrer Kun­den uner­laubt zunut­ze machen möch­ten. Dabei hat der Kun­de als Auf­trag­ge­ber zahl­rei­che Rech­te, aber auch Pflich­ten. Wel­che das sind, erklärt die­ser Rat­ge­ber.

Die Höhe der Rech­nung

In Deutsch­land gilt per Gesetz die Ver­trags­frei­heit. Ver­brau­cher kön­nen sich selbst aus­su­chen mit wem sie Ver­trä­ge abschlie­ßen. Sie haben daher die freie Wahl, einen Schlüs­sel­dienst in Ihrer Nähe aus­zu­wäh­len. Für Men­schen in Sach­sen ist das bei­spiels­wei­se der seriö­se Schlüs­sel­dienst Chem­nitz. Bei der Auf­trags­er­tei­lung wer­den die gewünsch­ten Leis­tun­gen ver­ein­bart. Für jede erbrach­te Leis­tung stellt der Schlüs­sel­dienst ent­stan­de­ne Kos­ten in Rech­nung.

Die meis­ten Auf­trä­ge lau­fen ohne Kom­pli­ka­tio­nen ab. Wird eine Ver­trags­par­tei jedoch unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt, in den meis­ten Fäl­len der Kun­de als Auf­trag­ge­ber, könn­te ein Fall von Wucher vor­lie­gen. Das ist dann gege­ben, wenn die Rech­nung des Schlüs­sel­diens­tes in einem unan­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis zur Leis­tung steht. Gerich­te haben sich in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach mit über­höh­ten Rech­nun­gen von Schlüs­sel­diens­ten befasst. Der Grund­te­nor der Urtei­le: liegt die Rech­nung mehr als 100 % über dem orts­üb­li­chen Ver­gleichs­wert, han­delt ein Schlüs­sel­dienst wuche­risch.

Ungül­ti­ge Ver­trags­be­stand­tei­le

Eine kor­rekt aus­ge­füll­te Rech­nung beinhal­tet meh­re­re Kos­ten­punk­te, die vom Schlüs­sel­dienst in Rech­nung gestellt wer­den. Dazu gehö­ren die erbrach­ten Leis­tun­gen zur Öff­nung der Tür oder auch die An- und Abfahrt zum Ein­satz­ort. Zuläs­sig sind auch erhöh­te Ver­gü­tun­gen für Ein­sät­ze in der Nacht, an Wochen­en­den und an Fei­er­ta­gen.
Unzu­läs­sig sind hin­ge­gen Kos­ten für die Bereit­stel­lung eines Dienst­wa­gens, der Zuschlag für einen kurz­fris­ti­gen Ein­satz oder für die Nut­zung von Spe­zi­al­werk­zeu­gen. Ver­brau­cher haben die Pflicht, gül­ti­ge und abge­spro­che­ne Kos­ten­punk­te zu bezah­len. Bei unrecht­mä­ßig erho­be­nen Ver­trags­be­stand­tei­len kön­nen sie die Zah­lung ver­wei­gern und die Rech­nung ent­spre­chend kür­zen.

Ein Fall für die Ver­si­che­rung

Die zuge­fal­le­ne Haus­tür ist für sich schon ein gro­ßes Ärger­nis. Bis zu der Öff­nung durch den Schlüs­sel­dienst ver­geht viel Zeit, zudem ent­ste­hen Kos­ten. Glück­lich schät­zen kann sich der­je­ni­ge Ver­brau­cher, der die Rech­nung des Schlüs­sel­diens­tes an eine Ver­si­che­rung wei­ter­lei­ten kann.

Für den Ver­lust von frem­den Schlüs­seln haf­tet in der Regel die Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Pri­vat­ver­brau­cher. Vor­aus­ge­setzt, der Ver­lust der Schlüs­sel ist auch abge­si­chert. Bei einem Ver­lust pri­va­ter Schlüs­sel zur eige­nen Woh­nung ist hin­ge­gen die Haus­rat­ver­si­che­rung als Rech­nungs­emp­fän­ger maß­geb­lich. Auch hier ist es not­wen­dig, den pri­va­ten Schlüs­sel­ver­lust zusätz­lich zu ver­si­chern. Das zieht einen erhöh­ten Bei­trags­satz nach sich.

Haf­tung durch Ver­mie­ter

Mit Über­ga­be der Miet­sa­che an den Mie­ter geht auch die Pflicht zur Hoff­nung an die­sen über. Der Ver­mie­ter ist daher in der Regel nicht für den Ein­satz eines Schlüs­sel­diens­tes haft­bar zu machen.

Anders sieht es aus, wenn der Ver­mie­ter sei­ner Pflicht zur Instand­hal­tung oder der Instand­set­zung der Miet­sa­che nicht nach­kommt. Ent­steht der Scha­den auf­grund einer defek­ten Tür oder eines von Beginn an ros­ti­gen oder kaput­ten Schlüs­sels, kön­nen die Kos­ten an den Ver­mie­ter abge­wälzt wer­den. In die­sem Fall trägt der Mie­ter jedoch die Nach­weis­pflicht, den bestehen­den defekt an der Miet­sa­che nach­zu­wei­sen.