Schrift­form­erfor­der­nis für befris­te­te Miet­ver­trä­ge

Bei einem schrift­lich abge­schlos­se­nen, befris­te­ten Miet­ver­trag kön­nen Form­män­gel einer nach­träg­lich ver­ein­bar­ten Ver­trags­än­de­rung zur Unwirk­sam­keit der Befris­tung füh­ren. Die­se Ansicht ver­tritt jeden­falls das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main und ver­ur­teil­te daher einen Frank­fur­ter Golf­klub, das von ihm zum Betrieb eines Golf­plat­zes ange­mie­te­te Gelän­de auf der Renn­bahn in Frank­furt-Nie­der­rad zu räu­men.

Schrift­form­erfor­der­nis für befris­te­te Miet­ver­trä­ge

Geklagt hat­te ein inzwi­schen insol­vent gewor­de­ner Frank­fur­ter Ver­ein, der das Renn­bahn­ge­län­de sei­ner­seits von der Stadt Frank­furt am Main gemie­tet hat und die Renn­bahn betreibt. Der Frank­fur­ter Golf­klub hat­te Tei­le die­ses Gelän­des, näm­lich den Bereich inner­halb der Galopp­renn­bahn, sei­ner­seits von dem Ver­ein 1994 mit einem schrift­li­chen Miet­ver­trag zum Betrieb einer öffent­li­chen Golf­sport­an­la­ge ange­mie­tet, die er sodann auch ein­rich­te­te. Das Miet­ver­hält­nis soll­te ursprüng­lich 15 Jah­re lau­fen und auf Wunsch um wei­te­re 15 Jah­re ver­län­gert wer­den. Erst­mals im März 2007 kün­dig­te der Ver­ein das Miet­ver­hält­nis mit dem Golf­klub und for­der­te die sofor­ti­ge Räu­mung des Gelän­des.

Zu Recht, wie das Ober­lan­des­ge­richt im Gegen­satz zum erst­in­stanz­lich zustän­di­gen Land­ge­richt Frank­furt am Main jetzt befand. Zwar sei zwi­schen den Par­tei­en eigent­lich eine Ver­trags­lauf­zeit bis 2011 ver­ein­bart wor­den. Der Miet­ver­trag lei­de jedoch an einem Form­man­gel, der dazu füh­re, dass die Lauf­zeit­ver­ein­ba­rung nicht bin­dend und der Ver­trag mit Ablauf des nächs­ten Kalen­der­vier­tel­jah­res künd­bar sei. Der Form­man­gel lie­ge dar­in, dass die Par­tei­en im Jah­re 1997 einen Nach­trag zum Miet­ver­trag über die Erstel­lung eines Klub­hau­ses geschlos­sen hät­ten. Die­ser Nach­trag sei zwar vom Mie­ter – dem Golf­klub -, nicht aber vom Ver­mie­ter – dem Ver­ein – unter­zeich­net wor­den, wor­in ein Man­gel der erfor­der­li­chen Schrift-form lie­ge. Die­ser Schrift­form­man­gel wir­ke sich auch auf den zugrun­de­lie­gen­den Miet­ver­trag aus 1994 aus.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main, Urteil vom 27. März 2009 – 2 U 72/​08