Tür­ki­sche Mie­ter – und das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot

Das Amts­ge­richt Tem­pel­hof-Kreuz­berg hat zwei Klä­gern tür­ki­scher Her­kunft, die lang­jäh­ri­ge Mie­ter einer Woh­nung in einem in Ber­lin-Kreuz­berg gele­ge­nen Miets­haus gewe­sen waren, eine Ent­schä­di­gung von je 15.000,00 € wegen Ver­sto­ßes der Ver­mie­te­rin gegen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot zuge­spro­chen.

Tür­ki­sche Mie­ter – und das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot

Nach dem Erwerb der Immo­bi­lie durch die Beklag­te erhöh­te die­se zunächst allen Mie­tern gegen­über die Mie­te mit der Fol­ge, dass vie­le von ihnen kün­dig­ten. Die Klä­ger taten dies jedoch eben­so wenig wie eini­ge ande­re Miet­ver­trags­par­tei­en deut­scher, mit­tel­eu­ro­päi­scher, ara­bi­scher und tür­ki­scher Her­kunft. Nach­fol­gend ver­sand­te die Ver­mie­ter ein wei­te­res Miet­erhö­hungs­ver­lan­gen ledig­lich an die Klä­ger und zwei wei­te­re Miet­ver­trags­par­tei­en ara­bi­scher bzw. tür­ki­scher Her­kunft und nicht an alle ver­blie­be­nen Mie­ter, obwohl die Woh­nun­gen in Grö­ße, Aus­stat­tung etc. teil­wei­se ver­gleich­bar waren. Dar­auf­hin kün­dig­ten die Klä­ger. In der Fol­ge gewähr­te die Beklag­te den­je­ni­gen Miet­ver­trags­par­tei­en, die gekün­digt hat­ten, in unter­schied­li­chem Umfang erbe­te­ne Räu­mungs­fris­ten und ver­sag­te eine sol­che den Klä­gern, deren neue Woh­nung erst nach dem Ende ihres alten Miet­ver­tra­ges bezugs­fer­tig wur­de.

Auf­grund der Gesamt­heit der Umstän­de in dem Ver­hal­ten der Ver­mie­te­rin kam das Amts­ge­richt zu dem Schluss, dass die Ver­mie­te­rin gegen das Ver­bot der Benach­tei­li­gung wegen eth­ni­scher Her­kunft gemäß § 19 Abs. 2 AGG ver­sto­ßen habe. Die Höhe der Ent­schä­di­gung sei mit jeweils 15.000,00 € ange­mes­sen zu bewer­ten, da die Klä­ger sich gezwun­gen gese­hen hät­ten, das Miet­ver­hält­nis zu been­den. Fer­ner habe die Ver­mie­te­rin trotz eines schrift­li­chen Hin­wei­ses auf ihr dis­kri­mi­nie­ren­des Ver­hal­ten die­ses ohne Ein­sicht fort­ge­setzt.

Amts­ge­richt Tem­pel­hof ‑Kreuz­berg, Urteil vom 19. Dezem­ber 2014 – 25 C 357/​14