Uner­laub­te Kar­tell­ab­spra­chen – und der Gerichts­stand am Ort des Scha­dens­ein­tritts

Bei Ver­mö­gens­schä­den aus uner­laub­ter Hand­lung liegt der Ort des Scha­dens­ein­tritts dort, wo in das Ver­mö­gen als geschütz­tes Rechts­gut ein­ge­grif­fen wur­de 1.

Uner­laub­te Kar­tell­ab­spra­chen – und der Gerichts­stand am Ort des Scha­dens­ein­tritts

Ste­hen Schä­den eines Unter­neh­men aus ver­bo­te­nen Kar­tell­ab­spra­chen in Rede, liegt die­ser Erfolgs­ort grund­sätz­lich am Sitz des Unter­neh­mens 2.

Die spä­te­re Abtre­tung eines auf Ersatz für sol­che Schä­den gerich­te­ten Anspruchs ist ohne Ein­fluss auf die Bestim­mung des Erfolgs­or­tes. Für die Annah­me einer Sur­ro­ga­ti­on des Ortes des Scha­dens­ein­tritts infol­ge einer Abtre­tung besteht mate­ri­ell­recht­lich kein Raum; aus § 32 ZPO ergibt sich nichts ande­res; danach ist für Kla­gen aus uner­laub­ten Hand­lun­gen das Gericht zustän­dig, in des­sen Bezirk die Hand­lung "began­gen ist".

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Okto­ber 2018 – X ARZ 252/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 28.02.1996 – XII ZR 181/​93, BGHZ 132, 105, 111[]
  2. vgl. EuGH, Urteil vom 21.05.2015 – C‑352/​13, GRUR Int.2015, 1176 Rn. 52 CDC Hydro­gen Per­oxi­de; OLG Cel­le, WuW 2017, 411 = NZKart 2017, 439 Rn. 23 mwN[]