Unver­schul­de­te Bau­män­gel

Ein Bau­un­ter­neh­mer haf­tet nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs auch dann für Män­gel des Bau­werks, wenn er das Bau­werk nach dem sei­ner­zei­ti­ge Stand der Tech­nik aus­ge­führt hat.

Unver­schul­de­te Bau­män­gel

Die von der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Beschaf­fen­heit abwei­chen­de Leis­tung des Unter­neh­mers ist auch dann man­gel­haft, wenn ihn kein Ver­schul­den trifft, etwa weil die Aus­füh­rung den für die­se Zeit aner­kann­ten Regeln der Tech­nik ent­spricht oder weil er nach all­ge­mei­nem Fach­wis­sen auf Her­stel­ler­an­ga­ben und sons­ti­ge Infor­ma­tio­nen ver­trau­en konn­te.

Ein Werk ist gemäß §§ 13 Nr. 1 VOB/​B a.F. man­gel­haft, wenn es mit Feh­lern behaf­tet ist, die den Wert oder die Taug­lich­keit zu dem gewöhn­li­chen oder nach dem Ver­trag vor­aus­ge­setz­ten Gebrauch auf­he­ben oder min­dern. Die Leis­tung des Auf­trag­neh­mers ist nur ver­trags­ge­recht, wenn sie die Beschaf­fen­heit auf­weist, die für den ver­trag­lich vor­aus­ge­setz­ten oder gewöhn­li­chen Gebrauch erfor­der­lich ist. Im Rah­men der getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen schul­det der Auf­trag­neh­mer ein funk­ti­ons­taug­li­ches und zweck­ent­spre­chen­des Werk.

BGH, Urteil vom 10. Novem­ber 2005 – VII ZR 147/​04