Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten beim Rosen­mon­tags­zug

Die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht ver­pflich­tet grund­sätz­lich den­je­ni­gen, der eine Gefah­ren­la­ge schafft, die not­wen­di­gen und zumut­ba­ren Vor­keh­run­gen zu tref­fen, um eine Schä­di­gung ande­rer mög­lichst zu ver­hin­dern [1].

Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten beim Rosen­mon­tags­zug

Der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ti­ge ist aber nicht gehal­ten, für alle denk­ba­ren, ent­fernt lie­gen­den Mög­lich­kei­ten eines Scha­dens­ein­tritts Vor­sor­ge zu tref­fen. Es genü­gen die­je­ni­gen Vor­keh­run­gen, die nach den kon­kre­ten Umstän­den zur Besei­ti­gung der Gefahr erfor­der­lich und zumut­bar sind. Erfor­der­lich sind die Maß­nah­men, die ein umsich­ti­ger und ver­stän­di­ger, in ver­nünf­ti­gen Gren­zen vor­sich­ti­ger Ange­hö­ri­ger der betrof­fe­nen Ver­kehrs­krei­se für not­wen­dig und aus­rei­chend hal­ten darf, um ande­re Per­so­nen vor Schä­den zu bewah­ren, d.h. nach den Sicher­heits­er­war­tun­gen des jewei­li­gen Ver­kehrs geeig­net sind, sol­che Gefah­ren von Drit­ten tun­lichst abzu­wen­den, die bei bestim­mungs­ge­mä­ßem oder bei nicht ganz fern­lie­gen­der bestim­mungs­wid­ri­ger Benut­zung dro­hen. Der Drit­te ist aber nur vor den Gefah­ren zu schüt­zen, die er selbst, aus­ge­hend von der sich ihm kon­kret dar­bie­ten­den Situa­ti­on bei Anwen­dung der von ihm in die­ser Situa­ti­on zu erwar­ten­den Sorg­falt erfah­rungs­ge­mäß nicht oder nicht recht­zei­tig erken­nen und ver­mei­den kann.

Der Ver­an­stal­ter eines Rosen­mon­tags­um­zugs hat im Rah­men sei­ner Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht dafür Sor­ge zu tra­gen hat, dass Per­so­nen, ins­be­son­de­re min­der­jäh­ri­ge Zuschau­er, nicht zu nahe an die Fest­wa­gen kom­men kön­nen und dass eine Absper­rung vor­zu­neh­men ist [2].

Ober­lan­des­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 19. Dezem­ber 2013 – 3 U 985/​13

  1. in Anknüp­fung an OLG Koblenz, Hin­weis­ver­fü­gung gemäß § 522 Abs. 2 vom 16.12 2009 i.V.m. Zurück­wei­sungs­be­schluss vom 22.01.2010, 2 U 904/​09, MDR 2010, 630; Hin­weis­be­schluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 15.06.2010 i.V.m. Zurück­wei­sungs­be­schluss vom 04.10.2010, 2 U 950/​09, VersR 2012, 374; Hin­weis­be­schluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 19.01.2011, 2 U 468/​10, MDR 2011, 787 und Hin­weis­be­schluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 06.10.2011, 2 U 1104/​10, i.V.m Zurück­wei­sungs­be­schluss vom 01.12 2011, RRa 2012, 73[]
  2. in Anknüp­fung an LG Ravens­burg, Urteil vom 15.08.1996, 3 S 145/​96, NJW 1997, 402 und OLG Köln, Ent­schei­dung vom 15.02.1979, 14 U 123/​76, RuS 1979, 121 f.; fer­ner zur Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht bei Rosen­mon­tags­um­zü­gen AG Köln, Urteil vom 07.01.2011, 123 C 254/​10, zitiert nach juris; LG Trier, Urteil vom 05.06.2001, 1 S 18/​01, NJW-RR 2001, 1470 f. und AG Köln, Urteil vom 19.06.1998, 111 C 422/​97, NJW 1999, 1972 f. = RuS 1999, 151[]