Ver­spä­te­te Urteils­ab­set­zung

Das Ver­fah­ren im ers­ten Rechts­zug lei­det im Sin­ne des § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO an einem wesent­li­chen Man­gel, wenn das bei Ver­kün­dung noch nicht voll­stän­dig abge­fass­te Urteil nicht bin­nen fünf Mona­ten nach Ver­kün­dung schrift­lich nie­der­ge­legt, von den Rich­tern beson­ders unter­schrie­ben und der Geschäfts­stel­le über­ge­ben wor­den ist. Auch wenn ein sol­cher Man­gel vor­liegt, muss das Beru­fungs­ge­richt das erst­in­stanz­li­che Urteil nicht zwin­gend auf­he­ben und die Sache an das Gericht ers­ter Instanz zurück­ver­wei­sen.

Ver­spä­te­te Urteils­ab­set­zung

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. April 2010 – I ZR 39/​08