Wert­vol­le Post

Die Post haf­tet nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs auch für den Ver­lust von Sen­dun­gen, die sie eigent­lich gar nicht beför­dern will:

Wert­vol­le Post

Trotz der Bestim­mung in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen der Deut­schen Post, wonach sie kei­nen Ver­trag über die Beför­de­rung von Sen­dun­gen mit bestimm­tem Inhalt (im jetzt von Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: unge­fass­te Edel­stei­ne in einem Wert von mehr als 1.000 DM) schlie­ße, kommt ein Beför­de­rungs­ver­trag über eine an sich aus­ge­schlos­se­ne Sen­dung zustan­de, wenn die frag­li­che Sen­dung von Mit­ar­bei­tern der Post in Unkennt­nis des Inhalts am Schal­ter ent­ge­gen­ge­nom­men wird.

Die Rege­lung in Abschn. 6 Abs. 2 Satz 4 der AGB der Deut­schen Post AG, wonach die­se nicht für aus­ge­schlos­se­ne Sen­dun­gen gemäß Abschn. 2 Abs. 2 ihrer AGB haf­tet, stellt kei­ne Leis­tungs­be­schrei­bung dar und lässt beim Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 435 HGB auch bei Ver­bots­gü­tern die vol­le Haf­tung der Deut­schen Post AG unbe­rührt.

Pro­ble­ma­tisch ist im Ein­zel­fall dann nur noch die Fra­ge der Haf­tungs­ab­wä­gung, wenn die Deut­sche Post AG beim Ver­lust einer Sen­dung ein gro­bes Ver­schul­den trifft und der Absen­der hät­te wis­sen müs­sen, dass die Deut­sche Post AG die Sen­dung bei Anga­be ihres Werts mit grö­ße­rer Sorg­falt behan­delt hät­te. Aber auch für die­se Fra­ge gibt der BGH eine Ent­schei­dungs­hil­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. März 2006 – I ZR 123/​03