Abzugs­ver­bot für Gewinn­min­de­run­gen bei Aus­lands­be­tei­li­gun­gen

Hält eine Kapi­tal­ge­sell­schaft Antei­le an einer ande­ren Kapi­tal­ge­sell­schaft, sind gemäß § 8b Abs. 2 und 3 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes zum einen Gewin­ne aus der Ver­äu­ße­rung die­ser Antei­le von der Besteue­rung frei­ge­stellt, zum ande­ren aber auch jeg­li­che die Sub­stanz betref­fen­de Gewinn­min­de­run­gen nicht abzieh­bar. Die­se Rege­lung wur­de im Zuge der Sys­tem­um­stel­lung auf das sog. Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren in den Jah­ren 2001/​2002 ein­ge­führt und erfasst anders als die Vor­gän­ger­re­ge­lung unter­schieds­los Aus­lands- und Inlands­be­tei­li­gun­gen. Jedoch trat der neu­ge­fass­te § 8b KStG für Aus­lands­be­tei­li­gun­gen regel­mä­ßig frü­her in Kraft. Dies betraf auch das Abzugs­ver­bot, wodurch sich im Über­gangs­zeit­raum im Ver­gleich zu Inlands­be­tei­li­gun­gen eine ungüns­ti­ge­re Besteue­rung erge­ben konn­te.

Abzugs­ver­bot für Gewinn­min­de­run­gen bei Aus­lands­be­tei­li­gun­gen

Vor die­sem Hin­ter­grund hat der Bun­des­fi­nanz­hof jetzt den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten zur Vor­ab­ent­schei­dung ange­ru­fen. Kon­kret geht es um Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf aus­län­di­sche Akti­en zum 31. Dezem­ber 2001, bei denen es sich sämt­lich um sog. Streu­be­sitz von jeweils unter 10 % der Antei­le han­del­te. Die Teil­wert­ab­schrei­bun­gen waren bei der Ein­kom­mens­er­mitt­lung nicht abzieh­bar. Nach Ansicht des BFH könn­te dies gegen die gemein­schafts­recht­lich garan­tier­te Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit ver­sto­ßen.

Dem EuGH wird die fol­gen­de Rechts­fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:

Steht Art. 56 EG der Rege­lung eines Mit­glied­staa­tes ent­ge­gen, nach wel­cher ein Abzugs­ver­bot von Gewinn­min­de­run­gen im Zusam­men­hang mit der Betei­li­gung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft an einer ande­ren Kapi­tal­ge­sell­schaft bezo­gen auf Aus­lands­be­tei­li­gun­gen frü­her in Kraft tritt als für Inlands­be­tei­li­gun­gen?

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 04.04.07 – I R 57/​06