BAföG fürs Aus­lands­prak­ti­kum

Wird in einer Aus­bil­dungs­ord­nung ein Prak­ti­kum gefor­dert, so wird gemäß § 5 Abs. 5 BAföG für die Teil­nah­me an einem Prak­ti­kum im Aus­land Aus­bil­dungs­för­de­rung geleis­tet, wenn die Aus­bil­dungs­stät­te oder die zustän­di­ge Prü­fungs­stel­le aner­kennt, dass die­se fach­prak­ti­sche Aus­bil­dung den Anfor­de­run­gen der Prü­fungs­ord­nung an die Prak­ti­kan­ten­stel­le genügt, und aus­rei­chen­de Sprach­kennt­nis­se vor­han­den sind. Das Prak­ti­kum im Aus­land muß der Aus­bil­dung nach dem Aus­bil­dungs­stand för­der­lich sein und min­des­tens zwölf Wochen dau­ern, § 5 Abs. 5 Satz 2 BAföG.

BAföG fürs Aus­lands­prak­ti­kum

Nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Stutt­gart stellt § 5 Abs. 5 Satz 2 BAföG nicht auf die tat­säch­li­che Dau­er des Prak­ti­kums ab, son­dern auf die in den Aus­bil­dungs­be­stim­mun­gen gere­gel­te Min­dest­dau­er.

§ 5 Abs. 5 Satz 2 BAföG stellt, so das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, nicht auf die tat­säch­li­che Dau­er des Prak­ti­kums ab, son­dern auf die in den Aus­bil­dungs­be­stim­mun­gen gere­gel­te Min­dest­dau­er. Dass die vor­ge­schrie­be­ne Min­dest­dau­er des Prak­ti­kums maß­geb­lich ist, erge­be sich ins­be­son­de­re aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Vor­schrift des § 5 Abs. 5 Satz 2 BAföG. In der Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf [1] heißt es: „Um Miss­brauchs­fäl­le aus­zu­schlie­ßen, soll ein Aus­lands­prak­ti­kum künf­tig nur noch geför­dert wer­den, wenn es min­des­tens drei Mona­te dau­ert. Nach § 2 Abs. 4 muss es sich dabei um die vor­ge­schrie­be­ne Min­dest­dau­er des Prak­ti­kums han­deln“.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 25. Febru­ar 2010 – 11 K 3096/​09

  1. BT-Drs. 11/​5961 S. 19[]