Her­aus­ga­be einer Wahl­ur­ne

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen hat dem stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des All­ge­mei­nen Stu­den­ten­aus­schus­ses (AStA) der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen per einst­wei­li­ger Anord­nung auf­ge­ge­ben, die von ihm am 25. Novem­ber 2011 in einem Wahl­lo­kal in Besitz genom­me­ne und einem Rechts­an­walt über­ge­be­ne Wahl­ur­ne betref­fend die Wah­len zum Stu­die­ren­den­par­la­ment bin­nen 24 Stun­den nach Zustel­lung die­ses Beschlus­ses an den Vor­sit­zen­den des Wahl­aus­schus­ses her­aus­zu­ge­ben.

Her­aus­ga­be einer Wahl­ur­ne

Dem Wahl­aus­schuss ste­he ein Anspruch auf Rück­ga­be der Wahl­ur­ne auf­grund der ihm durch die Wahl­ord­nung über­tra­ge­nen Rech­te und Pflich­ten zu, ent­schied das Ver­wal­tungs­ge­richt. Er habe einen Anspruch dar­auf, dass Stö­run­gen der Wahl besei­tigt wür­den. Eine sol­che Stö­rung lie­ge vor, weil der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des AStA gegen den Wil­len der anwe­sen­den Mit­glie­der des Wahl­aus­schus­ses bzw. der Wahl­hel­fer eine Wahl­ur­ne aus dem Wahl­lo­kal ent­fernt habe. Dadurch wer­de die aus der Wahl­ord­nung fol­gen­de Pflicht des Wahl­aus­schus­ses, die Urne sorg­fäl­tig zu ver­wah­ren und der Stimm­aus­zäh­lung zuzu­füh­ren, ver­ei­telt. Die Nicht­rück­ga­be der Wahl­ur­ne wür­de nicht zu dem vom AStA ver­folg­ten Ziel von neu­en Wah­len, son­dern dazu füh­ren, dass die Wah­len trotz abge­schlos­se­ner Stimm­ab­ga­be nicht abge­schlos­sen wer­den kön­nen und somit auch eine Recht­mä­ßig­keits­über­prü­fung in einem Wahl­prü­fungs­ver­fah­ren ver­hin­dert wer­de.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat offen gelas­sen, ob die Bean­stan­dung der Wahl durch den AStA-Vor­sit­zen­den zu einem Abbruch der Wah­len hät­te füh­ren müs­sen. Jeden­falls habe der stell­ver­tre­ten­de AStA-Vor­sit­zen­de nicht „in Aus­füh­rung der Bean­stan­dung des AStA-Vor­sit­zen­den“ die Wahl­ur­ne an sich neh­men dür­fen, denn es gehö­re nicht zur Kom­pe­tenz des Vor­sit­zen­den des AStA, sei­ne Bean­stan­dung im Fal­le der Nicht­be­fol­gung wie auch immer zu „voll­zie­hen“. Nach dem Hoch­schul­ge­setz habe der AStA-Vor­sit­zen­de für den Fall, dass auf sei­ne Bean­stan­dung kei­ne Abhil­fe geschaf­fen wird, das Prä­si­di­um davon zu unter­rich­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen, Beschluss vom 19. Dezem­ber 2011 – Akten­zei­chen: 4 L 1305/​11