Ände­rungs­kün­di­gung – und der Änderungsschutzantrag

Es ist Kla­ge mit einem Ände­rungs­schutz­an­trag nach § 4 Satz 2 KSchG zu erhe­ben, wenn der Arbeit­neh­mer ein mit einer ordent­li­chen Kün­di­gung ver­bun­de­nes Ände­rungs­an­ge­bot unter dem Vor­be­halt des § 2 KSchG ange­nom­men hat.

Ände­rungs­kün­di­gung – und der Änderungsschutzantrag

Bei einer außer­or­dent­li­chen Ände­rungs­kün­di­gung gel­ten die §§ 2, 4 Satz 2 KSchG ent­spre­chend, obwohl der Ver­weis in § 13 Abs. 1 Satz 2 KSchG die Bestim­mun­gen nicht unmit­tel­bar erfasst1.

Dabei bedurf­te es im vor­lie­gen­den Fall kei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, ob eine Vor­be­halts­an­nah­me im Fal­le einer außer­or­dent­li­chen Ände­rungs­kün­di­gung mit Aus­lauf­frist ent­spre­chend § 2 KSchG nur unver­züg­lich erfol­gen kann2., denn der Arbeit­neh­mer hat­te im hier ent­schie­de­nen Streit­fall das Ände­rungs­an­ge­bot unver­züg­lich unter Vor­be­halt angenommen.

Die Ände­rungs­kün­di­gung göl­te selbst dann nicht ent­spre­chend § 4 Satz 2, § 7 KSchG als von Anfang an rechts­wirk­sam, wenn der Kla­ge­an­trag nicht von vorn­her­ein als Antrag nach § 4 Satz 2 KSchG aus­zu­le­gen gewe­sen sein soll­te. Zur Ver­mei­dung der Rechts­fol­gen des § 7 KSchG genügt es, wenn der Arbeit­neh­mer inner­halb der Kla­ge­frist einen gegen die Rechts­wirk­sam­keit der (Änderungs-)Kündigung gerich­te­ten Antrag nach § 4 Satz 1 KSchG rechts­hän­gig macht und die­sen spä­ter auf einen Antrag nach Satz 2 der Bestim­mung umstellt3, was auch noch im Beru­fungs­ver­fah­ren mög­lich ist.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 27. April 2021 – 2 AZR 357/​20

  1. BAG 19.07.2012 – 2 AZR 25/​11, Rn.19; 28.10.2010 – 2 AZR 688/​09, Rn. 12[]
  2. offen­ge­las­sen BAG 28.10.2010 – 2 AZR 688/​09, Rn. 14[]
  3. vgl. BAG 21.05.2019 – 2 AZR 26/​19, Rn.20, BAGE 167, 22[]

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