Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung für Arbeit­neh­mer der frü­he­ren Deut­schen Reichs­bahn

Wegen der bereits 1974 erfolg­ten Zuord­nung der Ver­sor­gung der Eisen­bah­ner zur Sozi­al­pflicht­ver­si­che­rung kann kein Anspruch gegen die Deut­sche Reichs­bahn bzw. deren Nach­fol­ger auf Alters­ver­sor­gung gel­tend gemacht wer­den. Ansprü­che aus einer Tätig­keit bei der Deut­schen Reichs­bahn kön­nen sich nur gegen die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung rich­ten, soweit sie an Rege­lun­gen aus der Zeit der DDR anknüp­fen.

Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung für Arbeit­neh­mer der frü­he­ren Deut­schen Reichs­bahn

Rechts­grund­la­ge der Alters­ver­sor­gung der Arbeit­neh­mer der Deut­schen Reichs­bahn war seit dem 1. Janu­ar 1974 die Ver­ord­nung über die Pflich­ten und Rech­te der Eisen­bah­ner (Eisen­bah­ner-Ver­ord­nung). Nach deren § 15 soll­ten die Ein­zel­hei­ten der Ver­sor­gung der Eisen­bah­ner durch einen Rah­men­kol­lek­tiv­ver­trag gere­gelt wer­den. Die­ser Rah­men­kol­lek­tiv­ver­trag wur­de letzt­mals am 26. April 1989 über­ar­bei­tet und ent­hielt als Anla­ge die Ver­sor­gungs­ord­nung der Deut­schen Reichs­bahn. Die­se sah vor, anders als die ursprüng­li­che Anord­nung vom 7. Janu­ar 1956 über die Ein­füh­rung einer Alters­ver­sor­gung für Eisen­bah­ner, dass der Anspruch auf Ren­te nicht gegen die Deut­sche Reichs­bahn gel­tend zu machen war, son­dern vom Frei­en Deut­schen Gewerk­schafts­bund, dem Trä­ger der Sozi­al­ver­si­che­rung in der DDR, abge­wi­ckelt wur­de. Der Freie Deut­sche Gewerk­schafts­bund war auch für die Behand­lung von Ein­sprü­chen gegen die Ver­sor­gung der Eisen­bah­ner zustän­dig. Im Zuge der deut­schen Ein­heit bestimm­te der Eini­gungs­ver­trag in den die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung betref­fen­den Vor­schrif­ten, dass die §§ 11 bis 15 der Eisen­bah­ner-Ver­ord­nung und die zuge­hö­ri­ge Ver­sor­gungs­ord­nung der Deut­schen Reichs­bahn bis zum 31. Dezem­ber 1991 anzu­wen­den waren. Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen fin­den sich im Sechs­ten Buch des Sozi­al­ge­setz­bu­ches über die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung.

Die Kla­ge eines Arbeit­neh­mers, der von der S‑Bahn Ber­lin GmbH als Nach­fol­ge­rin der Deut­schen Reichs­bahn die Zah­lung einer Betriebs­ren­te ver­langt hat, war vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt daher eben­so wenig erfolg­reich wie zuvor bereits vor dem Arbeits­ge­richt und dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg 1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 17. Janu­ar 2012 – 3 AZR 805/​09

  1. LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 07.10.2009 – 15 Sa 1129/​09[]