Beweis­wür­di­gung – und die Rüge der unter­las­se­nen Beweis­erhe­bung

Nach § 286 Abs. 1 ZPO hat das Gericht unter Berück­sich­ti­gung des gesam­ten Inhalts der Anhö­run­gen und des Ergeb­nis­ses einer Beweis­auf­nah­me nach frei­er Über­zeu­gung zu ent­schei­den, ob eine tat­säch­li­che Behaup­tung für wahr oder für nicht wahr zu erach­ten ist.

Beweis­wür­di­gung – und die Rüge der unter­las­se­nen Beweis­erhe­bung

Die­se Wür­di­gung ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters.

In rechts­be­schwer­de­recht­li­cher Hin­sicht ist allein zu über­prü­fen, ob der Tatrich­ter sich mit dem Ver­fah­rens­stoff und den Beweis­ergeb­nis­sen umfas­send und wider­spruchs­frei aus­ein­an­der­ge­setzt hat, die Wür­di­gung also voll­stän­dig und recht­lich mög­lich ist und nicht gegen Denk­ge­set­ze oder Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt 1.

Bei der Rüge einer unter­las­se­nen Beweis­erhe­bung muss ange­ge­ben wer­den, über wel­ches The­ma Beweis hät­te erho­ben wer­den müs­sen, wo kon­kret das ent­spre­chen­de Beweis­an­ge­bot gemacht wor­den ist, wel­ches Ergeb­nis die Beweis­auf­nah­me vor­aus­sicht­lich gehabt hät­te und wes­halb die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf dem Ver­fah­rens­feh­ler beru­hen kann 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 23. Novem­ber 2016 – 7 ABR 3/​15

  1. BAG 13.02.2013 – 7 ABR 36/​11, Rn. 41[]
  2. BAG 13.02.2013 – 7 ABR 36/​11, Rn. 42[]