Der Streit um den Urlaubs­an­spruch – Fest­stel­lungs- oder Leis­tungs­kla­ge?

Der grund­sätz­li­che Vor­rang der Leis­tungs­kla­ge steht der Zuläs­sig­keit einer Kla­ge, mit der ein Arbeit­neh­mer den Umfang des ihm zuste­hen­den Urlaubs gericht­lich fest­ge­stellt wis­sen will, nicht ent­ge­gen 1.

Der Streit um den Urlaubs­an­spruch – Fest­stel­lungs- oder Leis­tungs­kla­ge?

Der Arbeit­neh­mer hat ein recht­lich aner­ken­nens­wer­tes Inter­es­se dar­an, als­bald zu erfah­ren, ob ihm die strit­ti­gen Urlaubs­ta­ge zuste­hen. Es han­delt sich inso­weit um einen gegen­warts­be­zo­ge­nen Fest­stel­lungs­an­trag, für des­sen Ent­schei­dung grund­sätz­lich auf die Sach­la­ge zum Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung (hier: vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt) abzu­stel­len ist 2.

Dar­über hin­aus hat der Arbeit­neh­mer ein recht­li­ches Inter­es­se dar­an, durch das Gericht fest­stel­len zu las­sen, ob ihm für das ver­gan­ge­ne Jahr 2013 drei wei­te­re Urlaubs­ta­ge als Ersatz­ur­laub zuste­hen 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 18. Okto­ber 2016 – 9 AZR 123/​16

  1. BAG 21.10.2014 – 9 AZR 956/​12, Rn. 9 mwN, BAGE 149, 315[]
  2. vgl. BAG 21.10.2014 – 9 AZR 956/​12, Rn. 10, BAGE 149, 315; 15.05.2013 – 7 AZR 494/​11, Rn. 15 ff.[]
  3. vgl. BAG 20.03.2012 – 9 AZR 529/​10, Rn. 9, BAGE 141, 73[]