Ein­stel­lungs­höchst­al­ters­gren­ze der Ver­be­am­tung

Die Ein­stel­lungs­höchst­al­ters­gren­ze der Ver­be­am­tung ist ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich gerecht­fer­tigt.

Ein­stel­lungs­höchst­al­ters­gren­ze der Ver­be­am­tung

Mit ihr ver­folgt der Gesetz­ge­ber das legi­ti­me Ziel, ein ange­mes­se­nes Ver­hält­nis von Lebens­dienst­zeit und Ruhe­stands­zeit zu schaf­fen [1].

Ein­stel­lungs­höchst­al­ters­gren­zen kön­nen im Zusam­men­spiel mit den Ruhe­stands­gren­zen – ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die stei­gen­de Lebens­er­war­tung und die wach­sen­den Ver­sor­gungs­las­ten der öffent­li­chen Haus­hal­te – eine wesent­li­che Grund­la­ge für die Finan­zier­bar­keit und Funk­ti­ons­fä­hig­keit des beam­ten­recht­li­chen Ver­sor­gungs­sys­tems dar­stel­len und damit der Siche­rung des Ali­men­ta­ti­ons- und des Lebens­zeit­prin­zips die­nen.

Damit der Gesetz­ge­ber den Unwäg­bar­kei­ten bei der Fest­le­gung des Werts von Ver­sor­gungs­an­sprü­chen Rech­nung tra­gen kann, hat er bei der Ein­füh­rung und Aus­ge­stal­tung von Ein­stel­lungs­höchst­al­ters­gren­zen für Beam­te einen Gestal­tungs­spiel­raum [2].

Nach dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip steht die Ver­sor­gung nicht im syn­al­lag­ma­ti­schen Ver­hält­nis zu einer in Jah­ren bemes­se­nen Dienst­zeit, son­dern ist wie die Dienst­be­zü­ge Gegen­leis­tung dafür, dass der Beam­te sein gan­zes Arbeits­le­ben bis zum Errei­chen der gesetz­li­chen Alters­gren­ze in den Dienst des Staa­tes stellt [3]. Hier wür­den Sinn und Zweck von Ein­stel­lungs­höchst­al­ters­gren­zen unter­lau­fen, wenn der Dienst­herr zwar aus Alters­grün­den auf eine Ver­be­am­tung ver­zich­ten darf, aber dann doch zur Gleich­stel­lung in der Alters­ver­sor­gung gezwun­gen wäre.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 16. Janu­ar 2017 – 1 BvR 861/​13

  1. vgl. BVerfGE 139, 19, 58, Rn. 80 f.[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 23.02.2012 – 2 C 76.10[]
  3. vgl. BVerfGE 139, 19, 58, Rn. 90[]