Gericht­li­cher Ver­gleich – und die spä­te­re Leis­tungs­kla­ge

Das Rechts­schutz­be­dürf­nis für eine eine Leis­tungs­kla­ge folgt grund­sätz­lich aus der Nicht­er­fül­lung des gel­tend gemach­ten mate­ri­ell-recht­li­chen Anspruchs [1].

Gericht­li­cher Ver­gleich – und die spä­te­re Leis­tungs­kla­ge

Ande­res ergibt sich nicht aus dem Ein­wand, die Klä­ge­rin ver­fol­ge einen Anspruch, der die Unwirk­sam­keit des in dem vor­an­ge­gan­ge­nen Rechts­streit fest­ge­stell­ten Ver­gleichs vor­aus­set­ze.

Es trifft zwar zu, dass ein Streit der Par­tei­en über die Wirk­sam­keit eines Pro­zess­ver­gleichs jeden­falls dann im Aus­gangs­ver­fah­ren aus­zu­tra­gen ist, wenn der Ver­gleich nicht allein aus Grün­den unwirk­sam ist, die erst nach sei­nem Abschluss ent­stan­den sind [2]. Ein Ver­fah­ren, in dem ein Pro­zess­ver­gleich geschlos­sen wur­de, ist aber nur dann fort­zu­set­zen, wenn die Wirk­sam­keit des Pro­zess­ver­gleichs ange­grif­fen und damit sei­ne den Pro­zess been­di­gen­de Wir­kung in Fra­ge gestellt wird.

Dem­entspre­chend ist eine neue Kla­ge, die ein sol­ches Ziel nicht ver­folgt, zuläs­sig. Den Par­tei­en steht es frei, über­ein­stim­mend einen Zivil­pro­zess als durch Ver­gleich unab­hän­gig davon als been­det anzu­se­hen, ob die­ser wegen pro­zes­sua­ler oder mate­ri­ell-recht­li­cher Män­gel unwirk­sam ist [3].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. April 2017 – 1 AZR 714/​15

  1. vgl. BAG 16.12 2014 – 9 AZR 915/​13, Rn. 14[]
  2. BAG 24.09.2015 – 2 AZR 716/​14, Rn. 16, BAGE 153, 20[]
  3. vgl. BGH 21.11.2013 – VII ZR 48/​12, Rn. 14 mwN[]