Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und die erst im Beschwer­de­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Nach­wei­se

Der Antrag­stel­ler kann den Nach­weis, dass die Bewil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen für die Pro­zess­kos­ten­hil­fe vor­lie­gen, auch noch im Beschwer­de­ver­fah­ren füh­ren 1.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und die erst im Beschwer­de­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Nach­wei­se

Die Bewil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen kön­nen auch noch im Beschwer­de­ver­fah­ren nach­ge­wie­sen wer­den 2. Nach § 571 Absatz 2 Satz 1 ZPO kann die Beschwer­de auf neue Angriffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel gestützt wer­den.

Dem steht die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 03.12.2003 3 nicht ent­ge­gen. Im dort zu ent­schei­den­den Fall war die Pro­zess­kos­ten­hil­fe ins­ge­samt ver­sagt wor­den, weil der Klä­ger ent­ge­gen einer ihm gesetz­ten Frist kei­nen voll­stän­di­gen Antrag auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe gestellt hat­te. So hat­te er u. a. nicht mit­ge­teilt, wovon er sei­nen Lebens­un­ter­halt bestrei­te.

Ein voll­stän­di­ger Antrag setzt vor­aus, dass das Gericht eine tat­säch­li­che Grund­la­ge hat, die es ihm ermög­licht, über den Antrag auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe zu ent­schei­den, ins­be­son­de­re, ob von einer Bedürf­tig­keit der Par­tei aus­zu­ge­hen ist.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg, Beschluss vom 30. Juni 2016 – – 7 Ta 75/​16

  1. vgl. BAG NZA 2004, 1062; LAG Rhein­land-Pfalz BeckRS 2006, 40340[]
  2. vgl. BAG – Beschluss vom 18.11.2003 – 5 AZB 46/​03; juris[]
  3. BAG, Beschluss vom 03.112.2003 – 2 AZB 19/​03[]