Revi­si­ons­be­grün­dung beim Bun­des­ar­beits­ge­richt – und die Sach­rü­ge

Nach § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZPO gehört zum not­wen­di­gen Inhalt der Revi­si­ons­be­grün­dung die Anga­be der Revi­si­ons­grün­de.

Revi­si­ons­be­grün­dung beim Bun­des­ar­beits­ge­richt – und die Sach­rü­ge

Bei einer Sach­rü­ge sind die­je­ni­gen Umstän­de bestimmt zu bezeich­nen, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung ergibt. Die Revi­si­ons­be­grün­dung muss den ange­nom­me­nen Rechts­feh­ler des Lan­des­ar­beits­ge­richts so auf­zei­gen, dass Gegen­stand und Rich­tung des Revi­si­ons­an­griffs erkenn­bar sind.

Das erfor­dert eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den tra­gen­den Grün­den der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung und die genaue Dar­le­gung der Gesichts­punk­te, aus denen das ange­foch­te­ne Urteil rechts­feh­ler­haft sein soll 1. Hat das Beru­fungs­ge­richt sei­ne Ent­schei­dung auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Revi­si­ons­be­grün­dung jede von ihnen angrei­fen. Die Revi­si­ons­be­grün­dung muss, ihre Berech­ti­gung unter­stellt, geeig­net sein, die Ent­schei­dung ins­ge­samt infra­ge zu stel­len. Setzt sich die Revi­si­ons­be­grün­dung mit einer der selb­stän­dig tra­gen­den Erwä­gun­gen nicht aus­ein­an­der, ist das Rechts­mit­tel ins­ge­samt unzu­läs­sig 2.

Die Revi­si­ons­be­grün­dung setzt sich aus­rei­chend mit bei­den selb­stän­dig tra­gen­den recht­li­chen Erwä­gun­gen des Beru­fungs­ge­richts aus­ein­an­der, wenn sie eine hin­rei­chen­de Dar­le­gung der Gesichts­punk­te ent­hält, aus denen das ange­foch­te­ne Urteil rechts­feh­ler­haft sein soll. Dar­auf, ob die Aus­füh­run­gen in der Revi­si­ons­be­grün­dung „rich­tig”, „zutref­fend” oder „inhalt­lich stich­hal­tig” sind, kommt es für die Fra­ge der Zuläs­sig­keit der Revi­si­on nicht an.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 28. Febru­ar 2019 – 8 AZR 201/​18

  1. zu die­sen Anfor­de­run­gen an die Revi­si­ons­be­grün­dung vgl. etwa BAG 11.08.2016 – 8 AZR 406/​14, Rn.20 mwN
  2. vgl. zur st. Rspr.: BAG 19.03.2008 – 5 AZR 442/​07, Rn. 14 ff.; 16.05.2007 – 7 ABR 45/​06, Rn. 13, BAGE 122, 293; 15.11.2006 – 7 ABR 6/​06, Rn. 14