Streit­wert­fest­set­zung – und der Über­prü­fungs­um­fang des Beschwer­de­ge­richts

Dem Beschwer­de­ge­richt kommt im Beschwer­de­ver­fah­ren gemäß § 68 GKG eine unbe­schränk­te Über­prü­fungs­be­fug­nis zu.

Streit­wert­fest­set­zung – und der Über­prü­fungs­um­fang des Beschwer­de­ge­richts

Die bis­he­ri­ge Auf­fas­sung, wonach die Über­prüf­gungs­be­fug­nis auf Ermes­sens­feh­ler beschränkt ist 1, fuß­te noch auf der alten Fas­sung des § 571 ZPO.

Nach § 572 Abs. 1 Satz 1 der aktu­el­len Fas­sung – "Die Beschwer­de kann auf neue Angriffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel gestützt wer­den" – wird das Beschwer­de­ge­richt als vol­le zwei­te Tat­sa­chen­in­stanz tätig, ohne an die für das Beru­fungs­ver­fah­ren gel­ten­den Ein­schrän­kun­gen gebun­den zu sein.

Des­halb kommt dem Beschwer­de­ge­richt eine unein­ge­schränk­te eige­ne Prü­fungs- und Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz zu 2.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Beschluss vom 18. Janu­ar 2016 – 5 Ta 161/​15

  1. so noch LAG Baden-Würt­tem­berg 2.08.2010 – 5 Ta 141/​10[]
  2. zwi­schen­zeit­lich nahe­zu ein­hel­li­ge Auf­fas­sung, vgl. GK-ArbGG/­Schleu­se­ner, Stand Nov.2012, § 12 Rn 361 mwN[]