Can­na­bis-Anbau­ge­neh­mi­gung aus medi­zi­ni­schen Grün­den

Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung des Eigen­an­baus von Can­na­bis ist in jedem Fall ein­ge­hend und indi­vi­du­ell zu prü­fen. Es muss hin­rei­chend sicher aus­ge­schlos­sen sein, dass beim Anbau in den Woh­nun­gen ein Zugriff Drit­ter auf die Pflan­zen und Pro­duk­te nicht mög­lich ist. Dar­über hin­aus kön­nen die genau­en Moda­li­tä­ten des Anbaus durch Auf­la­gen bestimmt wer­den.

Can­na­bis-Anbau­ge­neh­mi­gung aus medi­zi­ni­schen Grün­den

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len zwei Kla­gen abge­wie­sen und in drei Fäl­len das Bun­des­in­sti­tut für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) ver­pflich­tet, über die Anträ­ge erneut zu ent­schei­den. Alle Klä­ger lei­den unter chro­ni­schen Schmer­zen und besit­zen eine Erlaub­nis zum Erwerb und the­ra­peu­ti­schen Kon­sum von Can­na­bis­blü­ten. Sie möch­ten die zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken not­wen­di­ge Men­ge an Can­na­bis selbst anbau­en und ver­ar­bei­ten, da sie die Kos­ten für den Erwerb des Can­na­bis nicht auf­brin­gen kön­nen und die Kos­ten in ihren Fäl­len auch nicht von den Kran­ken­ver­si­che­run­gen über­nom­men wer­den. Ihre Anträ­ge auf Zulas­sung des eige­nen Anbaus von Can­na­bis hat­te das BfArM jedoch abge­lehnt. Gegen die­se Ableh­nung rich­ten sich die Kla­gen.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln deut­lich gemacht, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung des Eigen­an­baus in jedem Fall ein­ge­hend und indi­vi­du­ell zu prü­fen sei­en. In drei Ver­fah­ren (7 K 4447/​11, 7 K 4450/​11 und 7 K 5217/​12) sei­en die­se Vor­aus­set­zun­gen gege­ben, ins­be­son­de­re kön­ne beim Anbau in den Woh­nun­gen ein Zugriff Drit­ter auf die Pflan­zen und Pro­duk­te hin­rei­chend sicher aus­ge­schlos­sen wer­den. Die genau­en Moda­li­tä­ten des Anbaus könn­ten durch Auf­la­gen bestimmt wer­den.

Dar­über hin­aus wies das Ver­wal­tungs­ge­richt zwei Kla­gen ab: In einem Ver­fah­ren (7 K 4020/​12) hielt das Ver­wal­tungs­ge­richt einen gegen den Zugriff Unbe­fug­ter gesi­cher­ten Anbau auf­grund der Wohn­si­tua­ti­on des Klä­gers nicht für mög­lich. In einem wei­te­ren Ver­fah­ren (7 K 5203/​10) geht das Ver­wal­tungs­ge­richt davon aus, dass der Klä­ger noch nicht alle zumut­ba­ren Behand­lungs­al­ter­na­ti­ven aus­ge­schöpft habe.

Im Ver­fah­ren 7 K 5203/​10 kann gegen das Urteil inner­halb eines Monats nach des­sen Zustel­lung Antrag auf Zulas­sung der Beru­fung beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter gestellt wer­den. In den übri­gen Ver­fah­ren hat das Ver­wal­tungs­ge­richt die Beru­fung gegen die Urtei­le wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung zuge­las­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urtei­le vom 22 Juli 2014 – 7 K 4447/​11, 7 K 4450/​11, 7 K 5217/​12, 7 K 4020/​12 und 7 K 5203/​10