Die ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Rechts­fra­ge – und die Vor­la­ge­pflicht an den EuGH

Einer auf einen kon­kre­ten Ein­zel­fall bezo­ge­nen Fra­ge ist nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts nicht die vor­aus­sicht­li­che Not­wen­dig­keit zur Ein­ho­lung einer Vor­ab­ent­schei­dung nach Art. 267 AEUV zu ent­neh­men.

Die ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Rechts­fra­ge – und die Vor­la­ge­pflicht an den EuGH

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung ist der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nicht zur Ent­schei­dung über die Ver­ein­bar­keit einer natio­na­len Maß­nah­me mit dem Uni­ons­recht befugt. Er kann dem vor­le­gen­den Gericht nur Hin­wei­se zur Aus­le­gung des Uni­ons­rechts geben, die es die­sem ermög­li­chen, die Fra­ge der Ver­ein­bar­keit für die Ent­schei­dung des bei ihm anhän­gi­gen Rechts­streits zu beur­tei­len1.

Allein der Umstand, dass die Beschwer­de der Auf­fas­sung ist, dass unter den hier gege­be­nen Umstän­den mög­li­cher­wei­se die Dienst­leis­tungs­frei­heit zur Anwen­dung kom­me, begrün­det kei­ne Vor­la­ge­pflicht.

Soweit die Beschwer­de der Auf­fas­sung ist, das Beru­fungs­ge­richt habe die vom EuGH auf­ge­stell­ten Kri­te­ri­en jeden­falls nicht aus­rei­chend in sei­ne Ent­schei­dung ein­be­zo­gen, recht­fer­tigt die­ses Vor­brin­gen schon des­halb kei­ne Zulas­sung der Revi­si­on, da allein eine unzu­tref­fen­de Anwen­dung im Ein­zel­fall kei­ne grund­sätz­li­che Bedeu­tung zu begrün­den ver­mag.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Juni 2019 – 1 B 12.19

  1. stRspr, vgl. EuGH, Urteil vom 30.11.1995 – C‑55/​94 [ECLI:EU:C:1995:411], Geb­hard, Rn. 19 []