Euro­päi­sches Kul­tur­er­be-Sie­gel

Ab 2013 soll es ein frei­wil­li­ges Euro­päi­sches Kul­tur­er­be-Sie­gel für sym­bo­li­sche Stät­ten euro­päi­scher Geschich­te oder Inte­gra­ti­on geben, laut einer am Mitt­woch vom Par­la­ment ange­nom­me­nen Reso­lu­ti­on. Beson­de­re Auf­merk­sam­keit gilt den "län­der­über­grei­fen­den" Stät­ten ange­sichts ihrer spe­zi­el­len Sym­bo­lik für die gemein­sa­me euro­päi­sche Geschich­te.

Euro­päi­sches Kul­tur­er­be-Sie­gel

Die Mit­glied­staa­ten kön­nen ab 2013 alle zwei Jah­re bis zu zwei Stät­ten als Kan­di­da­ten vor­schla­gen. Die Jury, die aus 13 unab­hän­gi­gen Exper­ten besteht, darf eine pro Land aus­wäh­len.

Das Sie­gel garan­tiert die Qua­li­tät der aus­ge­wähl­ten Stät­ten. Nomi­niert wer­den kön­nen Denk­mä­ler, natür­li­che, ver­sun­ke­ne, archäo­lo­gi­sche, länd­li­che oder indus­tri­el­le Stät­ten, kul­tu­rel­le Land­schaf­ten, Gedenk­stät­ten sowie mate­ri­el­les oder imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be, das mit einem Ort in Ver­bin­dung gebracht wird. Das Sie­gel soll auch an zeit­ge­nös­si­sche Kul­tur­er­be-Stät­ten ver­ge­ben wer­den, weni­ger für ihre archi­tek­to­ni­schen oder ästhe­ti­schen Leis­tun­gen, son­dern für ihre Bedeu­tung für die gemein­sa­me euro­päi­sche Geschich­te und das gemein­sa­me Erbe.

Kan­di­da­ten für Stät­ten

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit gilt den "län­der­über­grei­fen­den" Stät­ten wegen ihrer spe­zi­el­len Sym­bo­lik für die gemein­sa­me euro­päi­sche Geschich­te. Gleich­wohl müs­sen die­se Stät­ten die Bedin­gun­gen für die Sie­gel­ver­ga­be erfül­len und eine koor­di­nie­ren­de Stät­te bestim­men, des­sen ein­zi­ger Gesprächs­part­ner die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on ist. Mit­glied­staa­ten kön­nen sich auch für meh­re­re Stät­ten im glei­chen Land mit dem­sel­ben The­ma bewer­ben.

Anstre­ben eines ein­heit­li­chen Kul­tur­er­be-Sie­gels

Das Modell des Euro­päi­schen Kul­tur­er­be-Sie­gels baut auf einem zwi­schen­staat­li­chen Sie­gel glei­chen Namens auf, das in 2006 ein­ge­führt wur­de. Die Stät­ten, denen seit 2006 das Sie­gel unter dem alten Pro­gramm ver­lie­hen wur­de, kön­nen sich für das neue Sie­gel bewer­ben. Inner­halb von sechs Jah­ren nach Ein­füh­rung des neu­en Pro­gramms soll eine Ent­schei­dung dar­über getrof­fen wer­den, ob auch euro­päi­sche Dritt­staa­ten dar­an teil­neh­men kön­nen.

Die Mit­glied­staa­ten sol­len die Stät­ten ver­wal­ten, schüt­zen und bewer­ben. Die Kom­mis­si­on wird sich um Kom­mu­ni­ka­ti­on und Sen­si­bi­li­sie­rung küm­mern, wie zum Bei­spiel um das Erstel­len einer Inter­net­prä­senz für das Sie­gel und um die Unter­stüt­zung der Wer­be­maß­nah­men für das Netz­werk der aus­ge­wähl­ten Kul­tur­sie­gel-Stät­ten.