Die sal­va­to­ri­sche Klau­sel im Ehe­ver­trag

Mit der Bedeu­tung von sal­va­to­ri­schen Klau­seln in Ehe­ver­trä­gen hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen:

Die sal­va­to­ri­sche Klau­sel im Ehe­ver­trag

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits in einem frü­he­ren Urteil 1 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass für die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob ein Ehe­ver­trag auch ohne ein­zel­ne sit­ten­wid­ri­ge und daher nich­ti­ge Ver­trags­be­stand­tei­le geschlos­sen wor­den wäre, eine in den Ver­trag auf­ge­nom­me­ne sal­va­to­ri­sche Klau­sel nicht von vorn­her­ein unbe­acht­lich sein muss.

Ande­rer­seits hat der Bun­des­ge­richts­hof auch aus­ge­spro­chen, dass dann, wenn sich das Ver­dikt der Sit­ten­wid­rig­keit aus der Gesamt­wür­di­gung eines ein­sei­tig belas­ten­den Ehe­ver­tra­ges ergibt, die Nich­tig­keits­fol­ge not­wen­dig den gesam­ten Ver­trag erfasst, ohne dass eine Erhal­tungs­klau­sel hier­an etwas zu ändern ver­mag 2. Denn dann erfüllt die sal­va­to­ri­sche Klau­sel im Inter­es­se des begüns­tig­ten Ehe­gat­ten die Funk­ti­on, den Rest­be­stand eines dem benach­tei­lig­ten Ehe­gat­ten auf­ge­dräng­ten Ver­trags­wer­kes so weit wie mög­lich gegen­über der etwai­gen Unwirk­sam­keit ein­zel­ner Ver­trags­be­stim­mun­gen recht­lich abzu­si­chern; in die­sem Fal­le spie­gelt sich auch in der Ver­ein­ba­rung der Erhal­tungs­klau­sel selbst die auf unglei­chen Ver­hand­lungs­po­si­tio­nen beru­hen­de Stö­rung der Ver­trags­pa­ri­tät zwi­schen den Ehe­gat­ten wider.

Las­sen sich indes­sen unglei­che Ver­hand­lungs­po­si­tio­nen nicht fest­stel­len, ist aus Rechts­grün­den nichts dage­gen zu erin­nern, dass der Tatrich­ter sei­ne Beur­tei­lung, ein teil­wei­se nich­ti­ger Ehe­ver­trag wäre auch ohne sei­ne unwirk­sa­men Bestim­mun­gen geschlos­sen wor­den, durch das Vor­han­den­sein einer sal­va­to­ri­schen Klau­sel gestützt sieht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Novem­ber 2012 – XII ZR 48/​11

  1. BGH, Urteil vom 25.05.2005 – XII ZR 296/​01, Fam­RZ 2005, 1444, 1447[]
  2. BGH, Beschluss vom 17.05.2006 XII ZB 250/​03, Fam­RZ 2006, 1097, 1098 und BGH, Urteil vom 09.07.2008 XII ZR 6/​07, Fam­RZ 2008, 2011 Rn. 24[]