Fonds­ge­bun­de­ne Alters­ver­sor­gung und der Ver­sor­gungs­aus­gleich

Auch im Fal­le einer fonds­ge­bun­de­nen Ver­sor­gung sind im Ver­sor­gungs­aus­gleich im Wege der inter­nen Tei­lung Anrech­te zuguns­ten des Aus­gleichs­be­rech­tig­ten nicht quo­tal, son­dern mit dem bezif­fer­ten Aus­gleichs­wert zu über­tra­gen.

Fonds­ge­bun­de­ne Alters­ver­sor­gung und der Ver­sor­gungs­aus­gleich

Die gesetz­li­che Rege­lung des Ver­sor­gungs­aus­gleichs sieht einen quo­ta­len Aus­spruch nicht vor [1].

Nach § 10 Abs. 1 VersAus­glG ist auf den Berech­tig­ten ein Anrecht in Höhe des Aus­gleichs­werts zu über­tra­gen. Der Ver­sor­gungs­trä­ger berech­net den Ehe­zeit­an­teil des Anrechts in Form der für das jewei­li­ge Ver­sor­gungs­sys­tem maß­geb­li­chen Bezugs­grö­ße, ins­be­son­de­re in Form von Ent­gelt­punk­ten, eines Ren­ten­be­trags oder eines Kapi­tal­werts (§ 5 Abs. 1 VersAus­glG). Er hat dem Fami­li­en­ge­richt einen Vor­schlag für den Aus­gleichs­wert und ggf. den kor­re­spon­die­ren­den Kapi­tal­wert zu unter­brei­ten (§ 5 Abs. 3 VersAus­glG). Die Bewer­tung des Anrechts rich­tet sich nach §§ 39 ff. VersAus­glG.

Aus die­ser Rege­lung folgt, dass jeden­falls ein kon­kre­ter Wert des über­tra­ge­nen Anrechts anzu­set­zen ist und nicht ein Pro­zent­an­teil. Denn es ist nicht Sache des Ver­sor­gungs­aus­gleichs, alle künf­ti­gen Ent­wick­lun­gen bereits zu berück­sich­ti­gen [2]. Dem Umstand künf­ti­ger Ver­än­de­run­gen wird dadurch Rech­nung getra­gen, dass der Bezugs­zeit­punkt für die Bewer­tung des Anrechts in den Tenor auf­ge­nom­men wird, wie dies das Fami­li­en­ge­richt zutref­fend getan hat. An den künf­ti­gen Ver­än­de­run­gen nimmt das über­tra­ge­ne Anrecht dann als eigen­stän­di­ges Recht auf der Grund­la­ge der Ver­sor­gungs­ord­nung teil.

In die­sem Zusam­men­hang wird vom Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart auch auf die Pro­ble­ma­tik der Tei­lungs­kos­ten und deren Berück­sich­ti­gung bei einem quo­ta­len Aus­gleichs­aus­spruch hin­ge­wie­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat im kon­kre­ten Fall kei­nen Anlass, den Ansatz von 2% des Kapi­tal­werts und tat­säch­lich 131,58 € zu bean­stan­den [3]. Je nach Ent­wick­lung des begrün­de­ten Anrechts könn­ten die (pau­schal) zugrun­de­ge­leg­ten 2% jedoch einen Betrag errei­chen, der nicht mehr ange­mes­sen im Sin­ne des § 13 VersAus­glG wäre, ohne dass es dann noch eine Mög­lich­keit zur Kor­rek­tur gäbe.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 23. Dezem­ber 2010 – 15 UF 241/​10

  1. eben­so OLG Mün­chen, Beschlüs­se vom12.10.2010 – 12 UF 838/​10; und vom 14.10.2010 – 12 UF 605/​10[]
  2. dazu Palandt/​Brudermüller, BGB, 70. Aufl. 2011, § 5 VersAus­glG Rn. 6 a.E. für fonds­ge­bun­de­ne Ver­si­che­run­gen[]
  3. vgl. OLG Stutt­gart FamRZ 2010, 1906[]