Haus­rats­ver­tei­lung und das Allein­ei­gen­tum eines Ehe­gat­ten

Mit der Auf­he­bung der Haus­rats­ver­ord­nung und der Ein­füh­rung des § 1568 b BGB zum 1. Sep­tem­ber 2009 sind der gericht­li­chen Haus­rats­ver­tei­lung nur noch die im gemein­sa­men Eigen­tum der Ehe­leu­te ste­hen­den Haus­halts­ge­gen­stän­de unter­wor­fen. Haus­rat, der im Allein­ei­gen­tum eines Ehe­gat­ten steht, bleibt dem güter­recht­li­chen Aus­gleich vor­be­hal­ten.

Haus­rats­ver­tei­lung und das Allein­ei­gen­tum eines Ehe­gat­ten

§ 1568 b BGB ist man­gels Über­gangs­re­ge­lung auch in bereits vor dem 1. Sep­tem­ber 2009 anhän­gig gemach­ten Ver­fah­ren anwend­bar.

Die Streit­fra­ge, ob die bereits bei Hei­rat im Allein­ei­gen­tum eines Ehe­gat­ten ste­hen­den Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de dem Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­ren unter­fal­len 1, kann unbe­ant­wor­tet blei­ben. Denn mit der Auf­he­bung der Haus­rats­ver­ord­nung und der Ein­füh­rung des § 1586 b BGB zum 1. Sep­tem­ber 2009 durch das Gesetz zur Ände­rung des Zuge­winn­aus­gleichs- und Vor­mund­schafts­rechts vom 6. Juli 2009 2 sind der gericht­li­chen Haus­rats­ver­tei­lung nur noch die im gemein­sa­men Eigen­tum der Ehe­leu­te ste­hen­den Haus­halts­ge­gen­stän­de unter­wor­fen 3; Haus­rat, der im Allein­ei­gen­tum eines Ehe­gat­ten steht, bleibt dem güter­recht­li­chen Aus­gleich vor­be­hal­ten 4. Dabei kommt das neue – mate­ri­el­le – Recht man­gels einer ent­spre­chen­den Über­gangs­re­ge­lung bereits auf vor­her anhän­gig gemach­te Ver­fah­ren zur Anwen­dung 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Novem­ber 2010 – XII ZR 170/​09

  1. vgl. zum Mei­nungs­stand Johannsen/​Henrich/​Jaeger Fami­li­en­recht 5. Aufl. § 1374 Rn. 14[]
  2. BGBl. I S. 1696[]
  3. Johannsen/​Henrich/​Jaeger aaO[]
  4. so aus­drück­lich die Begrün­dung des Geset­zes­ent­wurfs, BT-Drs. 16/​10798 S. 23[]
  5. vgl. BT-Drs. 16/​10798 S. 25; OLG Schles­wig Beschluss vom 24.03.2010 – 15 UF 166/​09, Rn. 27, zur Anwen­dung von § 1568 a BGB[]