Iso­lier­te Kos­ten­be­schwer­de in Ehe- und Fami­li­en­streit­sa­chen

In Eheund Fami­li­en­streit­sa­chen ist die Anfech­tung einer mit der Haupt­sa­che­ent­schei­dung erge­hen­den Kos­ten­ent­schei­dung unzu­läs­sig, wenn nicht gegen die Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che Rechts­mit­tel ein­ge­legt wird 1.

Iso­lier­te Kos­ten­be­schwer­de in Ehe- und Fami­li­en­streit­sa­chen

Gemäß § 113 Abs. 1 FamFG ist in Eheund Fami­li­en­streit­sa­chen die Anwen­dung der §§ 80 bis 85 FamFG aus­ge­schlos­sen und es gel­ten für die Kos­ten­ent­schei­dung neben den spe­zi­el­len Kos­ten­vor­schrif­ten des zwei­ten Buchs FamFG, hier § 243 FamFG die all­ge­mei­nen zivil­pro­zes­sua­len Vor­schrif­ten. Wie sich aus sys­te­ma­ti­scher, teleo­lo­gi­scher und his­to­ri­scher Aus­le­gung ergibt, rich­ten sich iso­lier­te Rechts­mit­tel gegen Kos­ten­ent­schei­dun­gen in sol­chen Ver­fah­ren mit­hin eben­falls nach der Zivil­pro­zess­ord­nung, so dass § 99 Abs. 1 ZPO zur Anwen­dung kommt 2. Danach ist in Eheund Fami­li­en­streit­sa­chen die Anfech­tung einer mit der Haupt­sa­che­ent­schei­dung erge­hen­den Kos­ten­ent­schei­dung unzu­läs­sig, wenn nicht gegen die Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che Rechts­mit­tel ein­ge­legt wird 3.

So ver­hält es sich auch in der hier ent­schie­de­nen Unter­halts­sa­che im Sin­ne von § 231 Abs. 1 Nr. 1 FamFG, die gemäß § 112 Nr. 1 FamFG eine Fami­li­en­streit­sa­che ist. Soweit die Rechts­be­schwer­de gel­tend macht, es lie­ge ein nicht von § 99 Abs. 1 ZPO erfass­ter Son­der­fall vor, weil es sich im Ergeb­nis wegen des "Ver­zichts" auf die Anfech­tung der Haupt­sa­che­ent­schei­dung um eine iso­lier­te End­ent­schei­dung über die Kos­ten han­de­le, geht das fehl, denn das Amts­ge­richt hat­te gera­de auch in der Haupt­sa­che ent­schie­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Novem­ber 2018 – XII ZB 282/​18

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 28.09.2011 XII ZB 2/​11 Fam­RZ 2011, 1933[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.09.2011 XII ZB 2/​11 Fam­RZ 2011, 1933 Rn. 16 ff.[]
  3. inzwi­schen ein­hel­li­ge Mei­nung, vgl. etwa OLG Schles­wig Fam­RZ 2017, 1596 mwN; Bork/​Jacoby/​Schwab/​Kodal FamFG 2. Aufl. § 243 Rn. 7; Keidel/​MeyerHolz FamFG 19. Aufl. § 58 Rn. 96a; Prütting/​Helms/​Bömelburg FamFG 4. Aufl. § 243 Rn. 31 mwN; SchulteBunert/​Weinreich/​Klein FamFG 5. Aufl. § 243 Rn. 24 mwN; Zöller/​Lorenz ZPO 32. Aufl. § 243 FamFG Rn. 10 mwN[]