Ver­gü­tung des Ver­fah­rens­pfle­gers bei Rechts­mit­tel­ein­le­gung

Ver­fah­ren im Sin­ne des Art. 111 Abs. 1 Satz 1 FGG-RG ist nicht nur das Ver­fah­ren bis zum Abschluss einer Instanz, son­dern bei Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels auch die meh­re­re Instan­zen umfas­sen­de gericht­li­che Tätig­keit in einer Sache. Die Ver­gü­tung des Ver­fah­rens­pfle­gers, der noch nach den Bestim­mun­gen des FGG bestellt wor­den war, erfolgt somit gem. § 50 FGG und nicht gem. § 158 FamFG.

Ver­gü­tung des Ver­fah­rens­pfle­gers bei Rechts­mit­tel­ein­le­gung

Der Begriff des Ver­fah­rens im Sin­ne von Art. 111bs. 1 FGG-RG schließt nach zwi­schen­zeit­lich gefes­tig­ter Recht­spre­chung das gesam­te Gerichts­ver­fah­ren von der ers­ten bis zur letz­ten Instanz ein, so dass das Beschwer­de­ver­fah­ren kein selb­stän­di­ges Ver­fah­ren im Sin­ne die­ser Bestim­mung dar­stellt 1. Dies gilt also auch dann, wenn das Beschwer­de­ver­fah­ren erst nach dem 1.9.09 ein­ge­lei­tet wor­den ist. Dar­über hin­aus besteht ein Gleich­lauf von Ver­fah­rens- und Kos­ten­recht 2. Vor die­sem Hin­ter­grund wäre es daher sys­tem­wid­rig, die Ver­gü­tung eines Ver­fah­rens­pfle­gers, der sonach noch nach den Bestim­mun­gen des FGG bestellt wor­den ist, den Regeln des FamFG zu unter­wer­fen 3. Dies folgt nicht zuletzt auch dar­aus, dass hin­sicht­lich der Ver­gü­tung eine Über­gangs­re­ge­lung fehlt, so dass auch eine Ver­fah­rens­pfle­ge­rin, die nach dem 1. Sep­tem­ber 2009 als sol­che bestellt wor­den ist, dar­auf ver­trau­en kann, gemäß §§ 50, 67 Abs. 3 FGG abrech­nen zu kön­nen und nicht als Ver­fah­rens­bei­stand im Sin­ne von § 158 FamFG.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 6. Febru­ar 2012 – 18 UF 67/​10

  1. vgl. Engel­hart in Kei­del, FamFG, 17. Aufl. 2011, Art. 111 FGG-RG RN 2; Prüt­ting in Prüt­ting-Helms, FamFG, 2. Aufl. 2011, Art. 111 RN 6 unter aus­drück­li­cher Auf­ga­be der in der Vor­auf­la­ge 2009 ver­tre­te­nen Auf­fas­sung aus Grün­den der Prak­ti­ka­bi­li­tät; vgl. wei­ter BGH Fam­RZ 10, 639 ff. und 11, 100 ff. m.w.N.[]
  2. vgl. Schnei­der, FamG­KG § 63 RN 14[]
  3. so rich­tig OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 19.9.2011 – 8 WF 96/​11[]