Zurück­wei­sungs­be­schluss bei der Rechts­be­schwer­de in Fami­li­en­sa­chen

Eine von dem Beschwer­de­ge­richt zuge­las­se­ne, aber nicht erfolg­ver­spre­chen­de Rechts­be­schwer­de kann auch dann im Ver­fah­ren nach § 74 a FamFG zurück­ge­wie­sen wer­den, wenn ein bei der Beschluss­fas­sung des Beschwer­de­ge­richts vor­han­den gewe­se­ner Zulas­sungs­grund nach­träg­lich weg­fällt; das ist ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn das Rechts­be­schwer­de­ge­richt die zulas­sungs­re­le­van­te Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zwi­schen­zeit­lich in ande­rer Sache ent­schie­den hat.

Zurück­wei­sungs­be­schluss bei der Rechts­be­schwer­de in Fami­li­en­sa­chen

Im Rah­men des § 74 a Abs. 1 FamFG ist auch dann vom Nicht­vor­lie­gen eines Zulas­sungs­grun­des aus­zu­ge­hen, wenn ein ursprüng­lich gege­be­ner Zulas­sungs­grund nach­träg­lich ent­fal­len ist, ins­be­son­de­re des­halb, weil das Rechts­be­schwer­de­ge­richt die der Zulas­sung zugrun­de lie­gen­de Rechts­fra­ge nach Erlass der Beschwer­de­ent­schei­dung in ande­rer Sache ent­schie­den hat 1. In glei­cher Wei­se fehlt es an einem Zulas­sungs­grund, wenn – wie hier – die klä­rungs­be­dürf­ti­ge Rechts­fra­ge bereits im Zeit­punkt der Beschluss­fas­sung durch das Beschwer­de­ge­richt ent­schie­den und die­se Ent­schei­dung des Rechts­be­schwer­de­ge­richts noch nicht ver­öf­fent­licht war.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2012 – XII ZB 225/​12

  1. Kei­del/­Mey­er-Holz FamFG 17. Aufl. § 74 a Rn. 4; Hauß­lei­ter FamFG § 74 a Rn. 3; vgl. auch BGH Beschluss vom 20.01.2005 – I ZR 255/​02, NJW-RR 2005, 650 f. zu § 552 a ZPO