Zusam­men­ver­an­la­gung von Ehe­gat­ten – auch bei Ver­lus­ten

Ein Ehe­gat­te kann auch dann ver­pflich­tet sein, dem – der steu­er­li­chen Ent­las­tung des ande­ren Ehe­gat­ten die­nen­den – Antrag auf Zusam­men­ver­an­la­gung zur Ein­kom­men­steu­er zuzu­stim­men, wenn er wäh­rend der Zeit des Zusam­men­le­bens steu­er­li­che Ver­lus­te erwirt­schaf­tet hat, die er im Wege des Ver­lust­vor­trags in einem spä­te­ren Ver­an­la­gungs­zeit­raum zur Ver­min­de­rung sei­ner eige­nen Steu­er­last ein­set­zen könn­te.

Zusam­men­ver­an­la­gung von Ehe­gat­ten – auch bei Ver­lus­ten

Wenn die Ehe­gat­ten die mit Rück­sicht auf eine – infol­ge der Ver­lus­te zu erwar­ten­de – gerin­ge­re Steu­er­be­las­tung zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel für ihren Lebens­un­ter­halt oder eine Ver­mö­gens­bil­dung, an der bei­de Ehe­gat­ten teil­ha­ben, ver­wen­det haben, ist es einem Ehe­gat­ten im Ver­hält­nis zu dem ande­ren ver­wehrt, für sich die getrenn­te steu­er­li­che Ver­an­la­gung zu wäh­len. Durch die Ver­wei­ge­rung der Zustim­mung zur Zusam­men­ver­an­la­gung macht er sich scha­dens­er­satz­pflich­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Novem­ber 2009 – XII ZR 173/​06