Die vom Ober­lan­des­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Bestel­lung eines Schieds­rich­ters – und kein Rechts­mit­tel?

Eine Rechts­be­schwer­de, die sich gegen die vom Ober­lan­des­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Bestel­lung eines Schieds­rich­ters wen­det, ist nicht statt­haft und damit unzu­läs­sig.

Die vom Ober­lan­des­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Bestel­lung eines Schieds­rich­ters – und kein Rechts­mit­tel?

Nach § 1065 Abs. 1 Satz 1 ZPO fin­det ledig­lich gegen die in § 1062 2 Abs. 1 Nr. 2 und 4 ZPO genann­ten Ent­schei­dun­gen die Rechts­be­schwer­de statt; im Übri­gen sind Ent­schei­dun­gen in den in § 1062 Abs. 1 ZPO bezeich­ne­ten Ver­fah­ren unan­fecht­bar (§ 1065 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung über die Bestel­lung eines Schiedsrich3 ters ist im Rah­men eines Ver­fah­rens nach § 1062 Abs. 1 Nr. 1 Fall 1 ZPO ergan­gen. Allein der Umstand, dass das Ober­lan­des­ge­richt als Vor­fra­ge geprüft hat, ob die zugrun­de­lie­gen­de Schieds­ver­ein­ba­rung offen­sicht­lich unwirk­sam ist, macht die Ent­schei­dung über die Bestel­lung des Schieds­rich­ters nicht zu einer Ent­schei­dung im Sin­ne des § 1062 Abs. 1 Nr. 2 Fall 1 ZPO, zumal mit der Ent­schei­dung über die Bestel­lung oder Nicht­be­stel­lung eines Schieds­rich­ters nicht rechts­kräf­tig über die Wirk­sam­keit oder Unwirk­sam­keit der Schieds­ver­ein­ba­rung ent­schie­den wird [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Febru­ar 2020 – I ZB 66/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 30.04.2009 – III ZB 5/​09, WM 2009, 1582 Rn. 7 und 9 mwN; Beschluss vom 19.07.2012 – III ZB 66/​11, SchiedsVZ 2012, 281 Rn. 1[]