Die Berück­sich­ti­gung der Direkt­ver­si­che­rungs­aus­zah­lung bei der frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung

Die frei­wil­li­ge gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung stellt bei der Bei­trags­mes­sung auf alle Ein­künf­te aus betrieb­li­cher Alter­ver­sor­gung ab. Daher ist auch die auf eige­nen Bei­trä­gen des Ver­si­cher­ten nach dem Ende der Beschäf­ti­gung und der Über­nah­me der Ver­si­che­rung durch den Ver­si­cher­ten beru­hen­den Aus­zah­lung einer Direkt­ver­si­che­rung ein­zu­be­zie­hen. Das Glei­che gilt, wenn die Prä­mi­en zur Direkt­ver­si­che­rung in Form einer Ein­mal­zah­lung aus einer vom Arbeit­ge­ber gewähr­ten Abfin­dung gezahlt wur­den.

Die Berück­sich­ti­gung der Direkt­ver­si­che­rungs­aus­zah­lung bei der frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung

So hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in zwei hier vor­lie­gendn Fäl­len ent­schie­den und in den Beru­fungs­ver­fah­ren die Ent­schei­dung der Kran­ken­kas­se in bei­den Fäl­len bestä­tigt. Durch die beklag­ten Kran­ken­kas­sen wur­de in bei­den Fäl­len die Bei­trags­hö­he der frei­wil­li­gen gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung der Klä­ger auch unter Berück­sich­ti­gung der ein­ma­li­gen Aus­zah­lun­gen aus den Direkt­ver­si­che­run­gen fest­ge­legt. Dabei wur­den die Aus­zah­lungs­be­trä­ge auf 10 Jah­re auf­ge­teilt und inso­weit jeweils monat­lich als Ein­künf­te berück­sich­tigt. Hier­ge­gen wand­ten sich die Klä­ger. Wäh­rend im Fal­le der teil­wei­se auf eige­nen Bei­trä­gen beru­hen­den Ver­si­che­rung das Sozi­al­ge­richt Koblenz der Kla­ge zunächst statt­ge­ge­ben hat­te, war es im Fal­le der Prä­mi­en­zah­lung aus der Abfin­dung bereits von einer Recht­mä­ßig­keit der Berück­sich­ti­gung aus­ge­gan­gen.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz betont, dass – anders als etwa in der Kran­ken­ver­si­che­rung der Rent­ner, wo Direkt­ver­si­che­run­gen der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung, soweit sie auf eige­nen Bei­trags­zah­lun­gen beru­hen nicht zur Bemes­sung der Bei­trä­ge her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen, weil dort nur erwerbs­be­zo­ge­ne Ver­sor­gungs­be­zü­ge berück­sich­tigt wer­den – dies für die frei­wil­li­ge gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung nicht gel­te, weil die­se bei der Bei­trags­mes­sung auf alle Ein­künf­te aus betrieb­li­cher Alter­ver­sor­gung abstel­le. Die unglei­che Rege­lung sei auch nicht ver­fas­sungs­wid­rig, weil es sich um unter­schied­li­che Ver­si­cher­ten­grup­pen han­de­le. Da in der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung sämt­li­che Ein­künf­te aus betrieb­li­cher Alters­ver­sor­gung zu berück­sich­ti­gen sind, spiel­te es auch kei­ne Rol­le, ob die Prä­mi­en für die Direkt­ver­si­che­rung aus einer Abfin­dung stamm­ten.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat daher ent­schie­den, dass in die Bemes­sung von Bei­trä­gen zur frei­wil­li­gen gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung die Aus­zah­lung einer Direkt­ver­si­che­rung der betrieb­li­chen Alter­ver­sor­gung auch inso­weit ein­zu­be­zie­hen ist, als sie auf eige­nen Bei­trä­gen des Ver­si­cher­ten nach dem Ende der Beschäf­ti­gung und der Über­nah­me der Ver­si­che­rung durch die­sen beru­hen (L 5 KR 65/​13). In einer wei­te­ren Ent­schei­dung (L 5 KR 5/​13) ist es dar­über hin­aus zu dem Ergeb­nis gelangt, dass die Aus­zah­lung aus einer Direkt­ver­si­che­rung auch dann für die Bemes­sung der Bei­trags­hö­he zu berück­sich­ti­gen ist, wenn die Prä­mi­en zur Direkt­ver­si­che­rung in Form einer Ein­mal­zah­lung aus einer vom Arbeit­ge­ber gewähr­ten Abfin­dung gezahlt wur­den.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urtei­le vom 7. Novem­ber 2013 – L 5 KR 65/​13 und L 5 KR 5/​13